Erhöhung Versicherungssumme
Axa weicht die Garantien für Altkunden auf

Verschiedene Lebensversicherer behandeln ihre Altkunden neuerdings schlechter, wenn sie ihren bestehenden Versicherungsschutz aufstocken. Insbesondere gewährt die Axa Lebensversicherung seit Beginn des Jahres den Bestandskunden, denen sie bei Vertragsabschluss für die gesamte Laufzeit noch vier Prozent Verzinsung der Vorsorgeguthaben garantiert hat, auf den aufgestockten Teil nur den im Neugeschäft verbindlichen Satz von derzeit 2,75 Prozent. Axa gilt in der Branche nicht gerade als Freund von Garantien.

HB DÜSSELDORF. Lebensversicherer bieten im Kleingedruckten gern die Dynamisierung der Police an. Dabei hat der Kunde das Recht, an regelmäßig vorgeschlagenen Erhöhungen der Versicherungssumme teilzunehmen, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung erfolgt. Dadurch erhöhen sich auch die Beiträge. In der Regel richten sich die Anpassungen nach der Steigerung des Beitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung.

In früheren Verträgen fehlt jedoch oft eine Klarstellung darüber, welche Rechnungsgrundlagen im Falle der Anpassung zum Tragen kommen. „Wir haben an dieser Stelle de facto eine Regelungslücke“, bestätigt ein Sprecher der Axa gegenüber dem Handelsblatt. Axa habe jedoch ein Rechtsgutachten eingeholt, das die jetzige Praxis erlaube. Seitdem wertet Axa Erhöhungen als Neugeschäft – und Neukunden bekommen aktuell weniger garantiert.

In einem internen Schreiben an die Vermittler nennt Axa eine Liste von Wettbewerbern, die angeblich ebenso verfahren. Dort wird etwa die als solide bekannte Debeka genannt. Die bestätigt gegenüber dem Handelsblatt jedoch das Gegenteil: „Wir machen bei Erhöhungen keine Abstriche an der Garantie“, betont ein Sprecher. Für Marktführer Allianz gilt das Gleiche. Marktbeobachter schätzen jedoch, dass einige Versicherer in neue Policen reinschreiben, die Dynamik-Sätze flexibel zu halten. Dagegen ist auch nichts einzuwenden.

Die Einstellung der Axa ist hingegen umstritten. Der Verband der Versicherungsmakler hält sie für rechtlich nicht gedeckt. Auch Ombudsmann Wolfgang Römer hat Zweifel an der Auslegung: „Wenn nichts geregelt ist, hätte ich Bedenken gegenüber einem anderen Rechnungszins als dem der Vertragsgrundlage.“ Der ehemalige Richter am Bundesgerichtshof vertritt heute die Schlichtungsstelle der Versicherer. Vermittler befürchten zudem weitere Nachteile für die Betroffenen, denn neue Verträge werden steuerlich schlechter behandelt.

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