EU-Kommission nimmt Doppelrolle ins Visier
Vermittler-Provisionen stehen in der Kritik

Seit Juni 2005 führt die EU-Kommission eine Wettbewerbsuntersuchung in der Unternehmensversicherung durch. Dass die unabhängigen Makler ein äußerst wichtiger Wettbewerbsfaktor sind, erkennt die Kommission ausdrücklich an. Gleichwohl nimmt sie die "Doppelrolle" der Makler als Dienstleister für Kunden und Versicherungsunternehmen ins Visier: Sie stelle einen potenziellen Interessenkonflikt dar, die Maklervergütung über Courtage verstärke diesen noch.

HB HAMBURG. Die Bedenken machen deutlich, dass das Beben der "Spitzerschen" Untersuchungen nachwirkt, die 2005/06 in den USA die so genannte "Contingent Commissions" in den öffentlichen Fokus gebracht haben. Diese zusätzlichen Provisionen, die Versicherer den Vermittlern für das Erreichen vereinbarter Ziele zahlten, sind seitdem gebrandmarkt. Und die internationalen Großmakler haben sich verpflichtet, auf diese Sonderzahlungen zu verzichten. Dass die versicherungsnehmende Wirtschaft der Courtage weniger kritisch gegenübersteht, wurde beim öffentlichen Hearing zum Zwischenbericht offenbar. Ein Sprecher des europäischen Dachverbandes der kleinen und mittleren Unternehmen, UEAPME, machte deutlich, dass für seine Mitglieder der Endpreis entscheidend sei. An der Offenlegung der Courtage bestünde hingegen weniger Interesse.

Es ist zu hoffen, dass die Kommission auch diese Stimmen hört und den Markt nicht überreguliert. Eine Wahlfreiheit zwischen Courtage und Honorar, ausgerichtet an den Kundenwünschen, wäre der bessere Weg. Grundvoraussetzung ist eine transparente und verlässliche Dienstleistung, die das Vertrauen der Kunden immer wieder aufs Neue rechtfertigt.

Dankwart von Schultzendorff ist Country Chairman und CEO bei Aon Jauch & Hübener Holdings.

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