Ex-Versicherungsmakler

Mehmet Göker ist wieder da!

Mehmet Göker ist zurück. Vielleicht hat der Ex-Versicherungsmakler aber auch nie aufgehört. Das Handelsblatt hatte Einblick in Unterlagen, wonach Göker bis 2012 Policen für deutsche Krankenversicherer vermittelt hat.
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Mehmet Göker hat private Krankenversicherungen verkauft. Sein Unternehmen MEG wurde insolvent. Der Filmemacher Klaus Stern drehte einen Film über ihn: „Versicherungsvertreter“. Bildquelle: Turbine Medien.

Mehmet Göker hat private Krankenversicherungen verkauft. Sein Unternehmen MEG wurde insolvent. Der Filmemacher Klaus Stern drehte einen Film über ihn: „Versicherungsvertreter“.

Bildquelle: Turbine Medien.

Frankfurt/IzmirWer heute auf die Facebook-Seite des Ex-Versicherungsmaklers Mehmet Göker geht, hat das Gefühl, es habe sich nichts verändert: „MEG – Die Chance Deines Lebens“, postet Göker dort euphorisch, und: „Ich zeige euch den Weg zu 200.000 Euro pro Jahr. Ich verändere euer Leben.“ Darüber thront Göker im Profilbild, unter Wasser, den Daumen nach oben, das Logo seiner einstigen Firma und Goldgrube „MEG AG“ unter sich, am Boden des Pools seiner Villa in der Türkei.

Jahre, nachdem seine Versicherungsvermittlung MEG Insolvenz anmelden musste, geht es Göker gut in der Hafenstadt Izmir. Dort können die deutschen Behörden ihn nicht fassen. Dort hat er alle Zeit und Ruhe der Welt, weiter seine Geschäfte zu machen. Die Posts auf Facebook belegen, dass es für Göker wieder gut läuft. „Meine Schwester Adla ist im Moment überragend, mit 13.000 € letzte Woche die beste“, lobt er eine Vertrieblerin. Und: „Istanbul und Antalya hängen zurück“.

Mehmet Göker ist wieder da. Wie die Digitalzeitung Handelsblatt Live am Donnerstag berichtete, existiert ein Büro in der Türkei. Offiziell läuft sie auf den Namen von Gökers Mutter. Doch scheint klar, das Göker selbst die Strippen zieht. „Wir sind eine Unternehmensberatung, und wir beraten Kunden im Finanzbereich im Bereich Altersvorsorge und in Finanz- und Versicherungsfragen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz“, sagt Göker selbst.

Offiziell wollen die Deutschen Versicherer mit ihrem einstigen Vertriebsgenie Mehmet Göker nichts mehr zu tun haben. Dennoch halten sich in der Branche hartnäckige Gerüchte, wonach einzelne Manager bei Göker angerufen haben, weil sie dringend gute Verkäufer für ihre privaten Krankenversicherungspolicen bräuchten. Wonach Göker Strohmänner vorschickt, um seine Geschäft zu machen. Wonach er Verbraucher „berät“, mit privaten Krankenversicherern in Kontakt zu kommen. Wonach alle Beteiligten fast genauso weiter machen wie vor Gökers Insolvenz.

Dem Handelsblatt zeigte Göker Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass der Ex-Versicherungsmakler nach der Insolvenz seines Unternehmens MEG im Herbst 2009 noch bis ins Jahr 2012 hinein Krankenpolicen für deutsche Versicherer vermittelt hat. Demnach habe Göker weiter Kunden geworben und über andere Großmakler bei den Konzernen eingereicht. Die Konzerne hätten das geduldet. „Die wussten, dass ich dahinterstecke“, erklärt Göker. „Und das, als die MEG längst insolvent gewesen ist und die Krankenversicherer mir allesamt den Rücken gekehrt haben.“ Fast alle hätten mitgemacht.

„Fast alle haben mitgemacht“
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18 Kommentare zu "Ex-Versicherungsmakler: Mehmet Göker ist wieder da!"

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  • Meiner Meinung nach ist Herr Göker kein guter Betriebswirt.
    Er gibt mehr Geld anscheinend aus, als er einnimmt. In der Türkei kann einem so etwas im warsten Sinne des Wortes den Kopf kosten, immer abhängig davon wie man sich diese finanziellen Mitteln besorgt. Diese Postings auf facebook kann man wohl eher nicht ernst nehmen, angesichts seiner Situation in Deutschland. Würde er deutschen Boden betreten, würde man ihn sofort verhaften.
    Er scheint sich die Sachen immer gerne so auszulegen, wie er sie gerade benötigt. Alles ist mehr Schein als Sein. Ich denke es ist auch in der Türkei nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Kartenhaus zusammenstürzt.
    Traurig ist nur, dass das deutsche Rechtssystem so wenig Möglichkeiten hat, einem solchen Kriminellen das Handwerk zu legen, auch wenn seine Strohmänner, über die er das Geschäft auch aktuell abwickelt, mit Sicherheit seinem Insolvenzverwalter bekannt sind.

  • Komische Argumente die hier vorgebracht werden. Wirtschaftsbetrüger ist wohl eine reine Unterstellung. Und ob die erfolgreichen Vertriebler nun zusammen in einem Megapuff feiern oder sich selbst ihr Vergnügen organisieren wie es die Banker oder andere Wirtschaftsbereiche tun ist deren Sache. Und warum das Abendland untergehen soll weil Privatpersonen Versicherungen kaufen ist auch nicht sehr stringent.

  • Der Artikel ist journalistisch einfach nur traurig.
    Alle von Ihnen angeführten Infos stammen aus der Dokumentation von Klaus Stern, aufgefrischt mit aktuellen Facebook-einträgen. Wie wäre es mal mit einer richtigen Interviewanfrage?

    In fast jeder Ausschließlichkeit oder Makler/Mehrfachagentenbude sitzen Damen und Herren, die ohne Abschluss in den Themenfeldern der Versicherungswirtschaft arbeiten. Die Haftbare Person ist immer IHK registriert.

    Göker ist am Größenwahn gescheitert und an falschen Beratern in wirtschaftlichen Bereichen. Seine Vertriebs und Fachkompetenz ist im Bereich der PKV zum damaligen Zeitpunkt herausragend gewesen.

  • Was soll so ein Bericht im Handelsblatt?
    Eben noch wird H. Steingart endlos gelobt und jetzt noch diese Schmierenkomödie die hier gedruckt wird.
    Offensichtlich sind Wirtschaftsbetrüger gesellschaftsfähig und einige Zeitungszeilen wert.
    Dies ist absolut verwerflich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Und wer hat jetzt dafür gezahlt, dass hier Kommentare als unsachlich tituliert werden ???

  • Die Infantilität gewisser Rezensenten ist wahrlich der Beweis das der amerikanische Militärstratege Thoma P.M. Barnett seinem Ziel schon sehr sehr nahe ist.
    Mehmet Göker ist der Rahmabschöpfer eines unfähigen Systems dass durch den scholastischen/mechanistischen Materialismus dafür sorgt, dass die Nachgeburten groß gezogen während die mit gesundem Geist geborenen in den Mülleimer gesteckt werden.
    Wir brauchen noch mehr Mehmet Gökers damit das abgeschaffte Deutschland noch schneller seinem Exodus gegenüber steht wie dies ein Sarazinischer Sarazene prophezeihte.

  • Mehmet Göker ist eine shillernder Unternehmer. In der doku haben viele Angestellte berichtet sie hätten bei ihm die beste Zeit ihres gesamten Berufslebens gehabt. Solche Stimmen hört sonst aus kaum einem Unternehmen.

    Die Vorabprovisionierungen der Versicherer haben für mich den Charakter einer Beteilung. Und damit sind sie dan auch im Risiko mit dabei. Göker ist auch nicht der erste Selbständige dem die Sozialversicherungen daa Genick gebrochen haben. Und Datenklau? Das ist doch eher ein Hinterherhinken unseres Rechtssystem. Die grössten Datendiebe verdienen Milliarden (google, facebook, apple ...) und zahlen praktisch keine Steuern. Mal abgesehen von den staatlichen Datendieben (NSA, BND ...).

    Also was solls. wenn Göker weitermacht haben wir einen aussergewöhnlichen Unternehmer mehr, die sonst eher selten sind und einen Firmenlenker, der eiss wie man Menschen motiviert und erfogreich und glücklich macht.

    Es gibt zuenig Gökers in diesem Land.

  • Und wenn die Aktionäre der betroffenen Versicherer einen [...] in der Hose hätten, dann hätten Sie die Vorstände schon längst persönlich haftbar gemacht.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Vollkommen richtig! Multilevel-Marketing kennt nur einen Verlierer, den Kunden! Egal ob das Finanzprodukte oder andere Produkte sind. Der Kunde zahlt durch hohe Vertriebskosten wesentlich zu hohe Preise. Ich fordere ein Verbot für MLM!

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