Expertenrat zu Lebensversicherungen
Aufs Detail kommt es an

Begünstigte einer Lebensversicherung sind ja im Vertrag genannt. Eigentlich sollte damit doch alles klar sein. Weit gefehlt – mit weitreichenden Konsequenzen, auf die Thorsten Rudnik, Vorstand des Bundes der Versicherten (BdV) in Bad Bramstedt, im Kurzinterview hinweist.

Herr Rudnik, wenn ein in zweiter Ehe verheirateter Mann stirbt, bekommt dessen Lebensversicherung dann automatisch die Witwe ausbezahlt?

Das hängt von der Formulierung des Bezugsrechts ab. Hat der Verstorbene im Antrag vermerkt, dass der "Ehegatte der versicherten Person" das Geld bekommen soll, erhält nicht die trauernde Witwe das Geld. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Ehegatte gemeint ist, mit dem der Versicherte verheiratet war, als er die Klausel unterschrieb. In dem Fall also die Ex-Frau.

Wie lautet die Standardformulierung bei Lebensversicherungen dazu?

Im Antrag wird oft gefragt, ob der Antragsteller oder eine andere Person im Todesfall bezugsberechtigt sein soll. Wird hier keine Eintragung gemacht, werden die gesetzlichen Erben begünstigt – das wäre dann im beschriebenen Fall die Witwe gewesen.

Wozu raten Sie Versicherten?

Am besten wird derjenige, der begünstigt werden soll, namentlich genannt. Das vermeidet Unklarheiten. Außerdem sollten die Versicherungen regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, wenn sich die familiäre Situation ändert. Das Bezugsrecht kann jederzeit geändert werden, sofern es nicht "unwiderruflich" vereinbart wurde.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 36 vom 3.9.2007

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