Fallende Sparquote ab 2030 erwartet
Kapitalmarkt gewinnt durch Altersvorsorge

Der Bereich Altersvorsorge wird in den nächsten 15 Jahren die internationalen Kapitalmärkte vehement beeinflussen. Dabei werden speziell stärker risikoorientierte Produkte wie Investmentfonds oder die direkte Anlage in Aktien und Anleihen an Bedeutung gewinnen.

HB FRANKFURT/M. Selbst Derivate und alternative Investments werden künftig zur Altersvorsorge herangezogen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Allianz Group, die heute veröffentlicht wird. Dazu wurden 247 Finanzmarktexperten befragt. „Mehr Kapital wird in die Altersvorsorge fließen, die Nachfrage nach Produkten wird breiter und auch risikoorientierter“, heißt es in der Studie.

Am meisten dürften demnach Investmentfonds und Fondssparpläne im Altersvorsorgeportfolio gewinnen. Es folgt die betriebliche Altersvorsorge vor der Direktanlage in Aktien und Anleihen, Derivaten, alternativen Investments und Lebensversicherungen. Gerade der Bedeutungsgewinn der Derivate und der alternativen Investments überrascht, galten diese doch bislang als spekulativ und deswegen nur für eine kleine Klientel interessant.

Ebenfalls als Überraschung werten die Autoren der Studie, dass die Lebensversicherung bei den Anlegern weiterhin hoch im Kurs steht. Schließlich gibt es derzeit in Deutschland schon eine sehr hohe Marktabdeckung von 91,5 Mill. Verträgen bei 82,5 Mill. Einwohnern. Außerdem entfallen ab dem kommenden Jahr einige steuerliche Vorteile dieser Kapitalanlage, weshalb sie auf den ersten Blick unattraktiver erscheint.

Ihre herausragende Rolle wird auch die Immobilie als Teil der Altersvorsorge behalten. Mit 3,87 Billionen Euro ist laut einer Bundesbank-Statistik bereits jetzt fast die Hälfte des privaten Gesamtvermögens von 8,40 Billionen Euro in Wohnimmobilien investiert. Die Experten gehen sogar davon aus, dass die Nachfrage nach Immobilien für die Altersvorsorge in den kommenden 15 Jahren noch leicht zunehmen wird. Das gilt speziell für selbst genutzte Immobilien, während vermietete Immobilien leicht an Bedeutung verlieren werden. Für das Bausparen rechnen die Experten zwar mit einem leichten Rückgang des Anteils im Altersvorsorgeportfolio, wegen der insgesamt wachsenden Beträge für die Alterssicherung sind jedoch auch hier Zuwächse wahrscheinlich.

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