Fallstudie: So gelingt die Rückkehr in die Krankenkasse

Fallstudie
So gelingt die Rückkehr in die Krankenkasse

Wer von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung zurück will, braucht Geschick und Glück. Wechselwillige müssen sich auf die Regeln des Sozialrecht einstellen. Doch hier lauern viele Fallen.
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Düsseldorf„Hallo, aus verschiedenen Gründen würde ich gerne in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurückkehren. Ich bin 37 Jahre alt, zwei Kinder, Jahresbrutto ca. 60.000 Euro, Angestellter und seit 01.12.2002 privat krankenversichert.“ So beginnt eine Anfrage auf der Internetseite Frag-einen-Anwalt.de. Die Idee des Ratsuchenden: den Arbeitsvertrag kündigen und sich arbeitslos melden, um so automatisch in die GKV zurück zu kommen. Wenn ihn dann eine Krankenkasse aufgenommen hat, will er seinen Vertrag mit dem privaten Krankenversicherer kündigen.

Für TV-Anwälte wie Danni Lowinski alias Annette Frier sind solche Fälle nicht unterhaltsam genug. Doch im wahren Leben müssen Rechtsexperten immer öfter über Fragen zur Rückkehr in die GKV grübeln. Denn viele der neun Millionen Privatpatienten ärgern sich über starke Beitragserhöhungen und fürchten, dass sie im Alter davon überfordert sein könnten. Sie wollen lieber zurück in den Schoß der Krankenkassen, die insgesamt 70 Millionen Menschen betreuen. 

Die Antworten der Anwälte sind jedoch im ersten Moment meist unbefriedigend: Ob der Wechsel gelingt, hängt stark von den Lebensumständen ab. Völlig verbaut ist der Weg zurück nicht. Die Rückkehrwilligen müssen die gesetzlichen Regeln geschickt für sich nutzen.

Eigentlich soll es aus rein finanziellen Gründen keine Rückkehr von der privaten Krankenversicherung (PKV) in die GKV geben. Die Politik will Rosinenpickerei verhindern - nach dem Motto: In jungen Jahren günstig privat versichert und im Alter wieder von den günstigeren Beiträgen der Krankenkassen profitieren. 

Ganz chancenlos sind Wechselwillige deshalb jedoch nicht. Der Familienvater im Beispiel könnte etwa seine Arbeitszeit um ein Sechstel verringern. Dann würde er weniger als 50.850 Euro im Jahr verdienen und läge unter der Versicherungspflichtgrenze für 2012. Nur wer mehr im Jahr verdient, ist freiwillig versichert und darf zwischen GKV und PKV wählen. 

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  • Mal eine Frage an GKV Versicherte. Findet ihr es richtig, dass ein PKV Versicherte an einen Arzt für gleiche Leistungen den 3,5 fachen Honorarsatz bezahlt.
    Das in der GKV Familienversicherung Mitglieder kostenfrei versichert sind ist in Ordnung.
    ist nicht das ganze system gesundheit krank.
    gerecht wäre eine versicherung für alle Versicherten mit Beiträgen von allen.
    Es sollte mal geprüft werden ob eine Zwangsversicherung PKV überhaupt rechtlich haltbar ist. Man kann ohne Verluste an Rückstellungen nicht wechseln.
    Vorschlag: Gibt den Versicherten selbst die Wahl ob GKV oder PKV. Warum kann ein PKV Versicherter seine Rückstellungen nicht in die GKV übertragen.

  • Das Gerichtsverfassungsgesetz ungültig, Richter können sich nicht legitimieren, ebensowenig wie Staatsanwälte. Es gibt seit 1982 keine Staatshaftung mehr, Beschlüsse und Uteile sind nicht rechtswirksam unterschrieben. usw.

  • Tja - es gibt fantastische Ärzte und es gibt Quacksalber, deshalb muss man die ganze Ärzteschaft nicht gleich verdammen. In der Versicherungswirtschaft gibt es gute und schlechte Versicherer und vor allem gibt es gute und schlechte Vermittler. Wer sich ohne fundierte Ausbildung als Versicherungsvertreter bequatschen ließ, hat offenbar das Hirn ohnehin nicht mit Löffeln gefressen. Dass genau diese Anbieter dann auch in Beratung und Produkten eher schlecht abschneiden, wundert keinen, der sich da auskennt. Deshalb gleich alle über einen Kamm zu scheren ist nicht richtiig. Ihre Ausführungen zeugen durchweg von viel Frustration und wenig Sachverstand. Wer halbwegs die Zusammenhänge versteht, kommt nicht auf die Idee, dass das System der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland in dieser Form die nächsten 30 Jahre überleben wird. Und das ist nicht die Schuld der 10% privat Versicherten.

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