Feilschen beim Verkauf auf Zweitmarkt
Einen Königsweg gibt es nicht

Wer in Geldnot steckt, muss seine Finanzen neu ordnen. In der Regel kommt dann auch der Verkauf einer Lebensversicherung auf den Prüfstand. Verbraucherschützer raten dazu, sämtliche Ausstiegsszenarien sorgfältig abzuwägen.

HB BERLIN. Neben der Wahl, entweder ganz oder gar nicht an der Police festzuhalten, ist häufig auch ein Rückzug auf Zeit drin. Möglich ist auch ein Vorschuss auf die eigene Versicherungssumme sowie die Suche nach dem meistbietenden Aufkäufer. Verluste müssten aber so gut wie immer einkalkuliert werden, warnt Wolfgang Scholl vom Bundesverband Verbraucherzentrale (vzbv).

Was sich in jedem Fall machen lässt, ist beispielsweise das so genannte Beitragsfrei-Stellen des Vertrags. Jeder Kunde hat einen Anspruch aufs Einfrieren seiner Police. Damit lassen sich die monatlichen Belastungen einsparen, der Vertrag wird aber bis zum Laufzeitende fortgeführt. Das Szenario sieht auf den ersten Blick optimal aus, muss aber häufig recht teuer erkauft werden, wie Michael Wortberg, Experte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, meint. Denn beim Zahlungsstopp muss der Versicherer den Tarif neu berechnen, der Vertrag ändert sich stark.

Die „Pferdefüße“: Der Kunde muss Stornoabzüge in Kauf nehmen. Außerdem fallen Zusatzversicherungen für Berufsunfähigkeit oder bei Unfalltod häufig komplett weg oder werden stark zusammengestrichen. Die Risiken müssten für viel Geld extra neu abgesichert werden. Für ältere Kunden ist das häufig schwierig und kaum mehr bezahlbar. Eine weitere Hürde: Soll eine Police beitragsfrei weiterlaufen, muss meist ein Mindestguthaben da sein. Sonst kappt der Versicherer den Vertrag gern von sich aus endgültig.

Wer nur vorübergehend finanziell Luft braucht, kann sein Versicherungsunternehmen um eine Stundung der Prämien auf Zeit bitten. Darauf gingen die meisten Versicherer ein, sagt Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern. Meist können die Kunden bis zu einem Jahr mit den Beiträgen aussetzen. Nichtgezahlte Prämien müssen aber oft nachgeholt werden. Sonst wird die Versicherungssumme abgesenkt. Die Lösung sei kein Königsweg, betont Scholl. „Das hilft nur den wenigsten weiter, die meisten können auch nach einem Jahr nicht zahlen“, warnt auch Larisch vor überzogenen Erwartungen.

Ab wann es sinnvoll ist, einen Vertrag beitragsfrei zu stellen, lässt sich im Internet auf den Seiten von „Finanztest“ selbst berechnen unter » finanztest.de/kapitalleben.

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