Folgen von Pannen
Wenn bei Versorgungswerken etwas schief läuft

Mit Aktien verzockt, Forderungen verkauft, Staatsgelder nachgeschossen: Wie Rentner, Aktionäre und der Fiskus bluten, wenn bei Versorgungswerken etwas schief läuft.

Zahnärztekammern: Weil sich das Versorgungswerk der Berliner Zahnärzte 2001 mit Aktien verzockte, kürzte es die Rentenansprüche seiner Mitglieder um 16 Prozent. Noch härter traf es die niedersächsischen Dentisten: 2004 stand deren Versorgungswerk vor dem Ende. Allein 144 Millionen Euro für künftige Rentenerhöhungen zugunsten bereits pensionierter Zahnärzte fehlten, von Geldern für künftige Zahnarzt-Pensionäre ganz zu schweigen. Am Ende mussten die Rentenzahlungen um 50 Prozent gekappt werden.

Post-Pensionskasse: Weil die Pensionskasse der bei Telekom, Post und Postbank beschäftigten Beamten chronisch klamm war, verkaufte der Bund 2006 Forderungen gegenüber den ehemaligen Staatsunternehmen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt. Noch 2004 trug der Steuerzahler von 6,4 Milliarden Euro Beiträgen für Beamtenpensionen etwa 4,9 Milliarden Euro. Der Rest kam von den drei Post-Aktiengesellschaften. 2006 und 2007 sollten wegen der Emissionserlöse keine staatlichen Zuschüsse fließen, es mussten dann doch wieder 324 Millionen Euro aus der Staatskasse zugeschossen werden. 2008 sind sogar 6,1 Milliarden Euro Bundeszuschuss eingeplant.

Siemens: 2001 kaufte der hauseigene Pensionsfonds massiv Aktien, unter anderem auch solche der Siemens-Beteiligung Infineon. 2003 fehlten dem Fonds etwa vier Milliarden Euro.

Erzbistum Berlin: Ende 2002 drückten das Erzbistum 104 Millionen Euro Schulden plus 22 Millionen Euro Defizit im Pensionsfonds. Heute ist die Schuldenlast auch dank Personalabbau auf 32 Millionen Euro abgeschmolzen. Im Pensionsfonds für Geistliche und Kirchenbeamte klafft immer noch eine Lücke.

Apo-Bank: Die Bank musste 2007 zwei Spezialfonds mit 275 Millionen Euro stützen. In den Fonds steckten unter anderem 75 Millionen Euro in US-Hypothekenanleihen niedriger Bonität. Mehrere Versorgungswerke der Ärzte und Apotheker sind beteiligt.

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