Frist bei Kfz-Policen läuft ab
Wo beim Versicherungswechsel Fallen lauern

Die Zeit für Versicherte wird allmählich knapp. Am Montag muss die Kündigung beim alten Versicherer eingehen. Wechselwillige sollten bei einigen Leistungen wie etwa dem Rabattschutz aufpassen. Ungeahnte Kosten drohen.
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DüsseldorfDie Wechselrally bei der KFZ-Versicherung neigt sich dem Ende. Nur noch bis zum 30. November können die meisten Versicherten ihren Vertrag kündigen. Doch der Kalender spendiert Wechselwilligen eine Gnadenfrist. „Wenn der 30. auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag fällt, verlängert sich die Frist auf den folgenden Werktag, 24 Uhr“, sagt Rita Reichard, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale NRW. Trotzdem sollten sich die Kunden sputen, denn die Kündigung muss in Schriftform bei den Gesellschaften eintreffen.

Überstürzt sollten Versicherte trotzdem nicht handeln. Sie sollten die Leistungen sorgfältig analysieren, damit sie im Schadenfall nicht leer ausgehen. Oft entscheiden Spitzfindigkeiten im Regelwerk, ob der Versicherer zahlt oder nicht. Die Mehrzahl der Tarife leistet etwa für Schäden bei einem Marderbiss. Nicht alle decken aber die Folgeschäden ab. Auch bei größeren Tieren zeigt die Branche Sinn fürs Detail. Während einige Gesellschaften pauschal alle Unfälle mit Tieren decken, leisten andere nur bei Zusammenstößen mit Wild- und Nutztieren oder Haarwild.

Wechselfreudige sollten auch den so genannten „Rabattschutz“ beachten. Gegen einen Aufpreis stuft der Versicherer den Kunden bei einem Schaden in der Schadenfreiheitsstaffel nicht zurück. Das Problem: Bei einem Wechsel akzeptiert der neue Versicherer in der Regel nicht die begünstigte Schadenfreiheitsklasse des alten Versicherers. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt der Fall eines Lesers. Das alte Fahrzeug wurde 2013 verkauft, 2009 regulierte der Versicherer einen Schaden. Bei der letzten Beitragsrechnung im November 2012 stufte die Gesellschaft den Fahrer in der Haftpflicht in die Schadenfreiheitsklasse 21 ein.

Nachdem der Leser ein neues Fahrzeug erworben hatte und zu einem neuen Versicherer wechselte, stufte ihn der neue Anbieter in eine teurere Klasse. „Der Versicherer erklärte, dass Kunden bei einem Versicherungswechsel grundsätzlich mit einer Rückstufung „bestraft“ werden, sagt der Leser. Laut Tarifexpertin Ivana Höltring ergeht es so den meisten Kunden, die einen Rabattschutz vereinbart haben. In den Bedingungswerken stehen dann schwergängige Klauseln wie diese: „Bei einem Wechsel des Versicherungsunternehmens wird die SF-Klasse bestätigt, die der Versicherungsnehmer ohne den Rabattschutz erreicht hätte.“

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Recht auf Sonderkündigung

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Glossar: KFZ-Versicherung

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  • HUK-Coburg will mir wohl auch eine Falle stellen, indem
    sie die Beitragsrechnung für 2014 unter dem Datum
    ..., im November 2013 so abschickt, dass diese am 27.11.2013 bei mir eingeht. War auch im letzten Jahr so,
    sodass man eine gewisse Absicht vermuten darf.

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