Frostschäden
Heizungseinstellung kann Versicherungsschutz kosten

Winterurlauber müssen aufpassen: Wenn sie verreisen, reicht es nicht, die Heizung auf den Schneestern ("Frostwächter") einzustellen. Wenn es sehr kalt wird und die Heizung einfriert, zahlt die Wohngebäude-Versicherung unter Umständen nicht – mit Recht, wie jedenfalls Richter meinen.

HB KÖLN. Stellt ein Hauseigentümer im Winter seine Heizung nur auf den "Frostwächter" und fährt dann in Urlaub, so muss die Wohngebäude-Versicherung für eventuelle Frostschäden meist nicht aufkommen. Davor warnt das Internet-Portal „Anwalt-Suchservice“ und verweist auf ein Urteil des Landgerichts Bonn.

Ein Ehepaar hatte im Winter einen siebenwöchigen Mallorca-Urlaub angetreten. Die Heizung in ihrem Einfamilienhaus stellten sie für diese Zeit auf "Frostwächter". Sie heizte also nur gerade so viel auf, dass das Haus nicht komplett auskühlte. Die Tochter des Paares sah außerdem zweimal wöchentlich im Haus nach dem Rechten.

Während der Abwesenheit der Urlauber herrschte fast durchgehend strenger Frost, mit Temperaturen von minus neun Grad. Als das Paar nach Hause zurückkehrte, stellte es mit Entsetzen fest, dass die Heizung komplett ausgefallen war und die Innentemperatur im Haus nahezu auf dem Niveau der Außentemperatur lag. Zehn Heizkörperelemente waren durch Frost erheblich beschädigt worden.

Die Versicherung des Paares weigerte sich später, für den Schaden aufzukommen. Begründung: Nach den Allgemeinen Wohngebäude-Versicherungsbedingungen seien Hauseigentümer dazu verpflichtet, in der kalten Jahreszeit entweder die Gebäude zu beheizen und dies genügend häufig zu kontrollieren oder aber dort alle wasserführenden Anlagen und Einrichtungen zu sperren und zu entleeren. Verletze der Versicherte diese Pflicht, so müsse die Assekuranz nicht zahlen. Das Landgericht Bonn gab der Versicherung Recht (Urt. v. 21.11.2006; Az.: 10 O 203/06).

Die Heizung hätte so häufig kontrolliert werden müssen, dass selbst bei ihrem Komplettausfall das Einfrieren der wasserführenden Anlagen und Einrichtungen noch zu verhindern gewesen wäre, so das Gericht. Angesichts der lang andauernden Frostperiode, der niedrigen Einstellung der Heizung auf Frostwächter und der Tatsache, dass das Einfamilienhaus frei stand, hätten die Versicherten in ihrer Abwesenheit deshalb für eine tägliche Kontrolle der Heizung sorgen müssen.

Dass die Tochter der Urlauber zwei- bis dreimal wöchentlich im Haus nach dem Rechten sah, sei keinesfalls ausreichend gewesen. Gerade bei der niedrigen Einstellung "Frostwächter" müsse man für den Fall eines möglichen Komplettausfalls der Heizung schließlich mit einem besonders schnellen Auskühlen des Hauses rechnen, so das Gericht.

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