Fußball kann leicht Verletzungen mit sich bringen
Wann Betriebskicker versichert sind

Der Confederations Cup gab einen Vorgeschmack, mit der Weltmeisterschaft wird die Welle so richtig hoch schwappen: Fußball ist in, gerade auch bei Arbeitnehmern. Viele Unternehmen veranstalten Turniere, beim Betriebssport ist Fußball ohnehin die klare Nummer Eins.

HB KASSEL. Gerade bei Wettkämpfen kommt es aber immer wieder zu Unfällen. Unternehmen sollten deshalb bestimmte Regeln einhalten, damit ihre Arbeitnehmer auch den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung genießen.

323 000 Arbeitnehmer betreiben Betriebssport als Ausgleich zum Beruf, 90 000 davon Fußball; mit deutlichem Abstand folgen Tennis, Gymnastik, Tischtennis, Bowling und Kegeln. Der Sport tut nicht nur der Gesundheit gut. „Er trägt zu einem besseren Betriebsklima bei“, wirbt Uwe Tronnier, Präsident des Deutschen Betriebssportverbandes (DBSV) in Berlin. Hemmschwellen würden überwunden, die Kommunikation verbessert. „Es ist einfacher, mit einem Kollegen oder Vorgesetzten zu reden, den man vom Sport kennt.“

Als „Baustein der Sozialleistungen der Firma“ sieht etwa die Bertelsmann AG ihr vielfältiges Angebot, das immerhin 3 000 der 10 000 Mitarbeiter am Standort Gütersloh erreicht. Neben der Gesundheit gehe es auch darum, „den Teamgeist und das innerbetriebliche Network zu entwickeln“, sagt Sprecher Andreas Grafemeyer. Die Bayer AG in Leverkusen hat sich dagegen schon vor über 100 Jahren entschieden, das Geld in externe Vereine zu stecken. 29 geförderte Vereine mit über 52 000 Mitgliedern bieten im Gegenzug beispielsweise auch Sport in „Wechselschicht“ an, berichtet Sprecherin Elke Ickenstein.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel ist Betriebssport allerdings nur unfallversichert, wenn die Teilnahme „im Wesentlichen auf Betriebsangehörige beschränkt“ ist. Dabei können sich aber auch mehrere Unternehmen zusammentun. Weiter verlangt das BSG eine „gewisse Regelmäßigkeit“ sowie einen „Zusammenhang mit der Betriebsarbeit“ durch körperlichen Ausgleich. Am ehesten werden dem Lockerungsübungen und Gymnastik gerecht, doch schon 1961 haben sich die Kasseler Richter den Geschlechterrollen gebeugt. Weil Männer sonst kaum für den Betriebssport zu gewinnen seien, schließt das BSG auch Wettkampfsport wie Fußball nicht mehr vom Unfallschutz aus. Auch hier sollten Wettkampf und Spitzenleistungen aber nicht im Fordergrund stehen. Ein Turnier im Jahr geht auf jeden Fall klar, fünf dagegen sind zu viel.

Häufig nehmen betriebliche Teams aber auch ohne regelmäßiges Training an Wettkämpfen teil. Schon jetzt, im Jahr Eins vor der Weltmeisterschaft, schreiben zahlreiche Unternehmen eigene Fußballpokale aus. Heiko Langer von der internationalen Anwaltskanzlei Lovells in Düsseldorf interessiert sich denn auch nicht nur für die rechtlichen Seiten des Sports. „Wir veranstalten selbst ein Fußballturnier“, erzählt er. Jedes Jahr kämpfen die fünf deutschen Büros der Kanzlei um den Cup. „Das ist eine großartige Sache, weil man Zeit hat, die Kollegen kennen zu lernen.“ Auch Frauen aus den Sekretariaten und der Buchhaltung sind dabei.

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