Garantiefonds
Fonds und Versicherer streiten um Zusagen

Die Finanzkrise zwingt die Anbieter, ihre Konzepte zu überdenken. Auch wenn klassische Lebensversicherungen auch in der Krise mit vergleichsweise hohen Gesamtverzinsungen locken, müssen viele Anleger anderer Finanzprodukte derzeit mit geringeren Auszahlungen rechnen.

FRANKFURT. Die Finanzkrise reißt große Lücken in die Vorsorgepläne deutscher Sparer. Erleichtert sind daher alle, die sich auf irgendeine Garantieform verlassen können – sei es durch einen Versicherer, eine Bank oder einen Fonds. Über den Wert der jeweiligen Zusagen wird allerdings stärker als früher gestritten, weil der Erhalt des Kapitals oder eine Mindestverzinsung im Verkauf von Finanzprodukten nun zum wichtigsten Argument werden. Die Kunden müssen dabei aufpassen: Was genau garantiert wird, ist bei Versicherungen, Fonds und Zertifikaten sehr unterschiedlich.

Klassische Lebensversicherungen locken selbst in der Krise mit vergleichsweise hohen Gesamtverzinsungen: Zwischen 2000 und 2002 lag diese sogar jeweils über sieben Prozent. „In den Folgejahren allerdings sank die Gesamtverzinsung, im Wesentlichen bedingt durch den Rückgang des Zinsniveaus“, sagt Michael Otto von der Berenberg Bank. Seit 2007 sind für neu abgeschlossene Lebensversicherungen nur noch 2,25 Prozent pro Jahr garantiert. Hinzu kommen Überschussanteile. „Wird die geplante Laufzeit eingehalten, sind Verluste bei Versicherungsgesellschaften guter Bonität nahezu ausgeschlossen“, sagt der Experte.

Garantiefonds verloren in den vergangenen Monaten dagegen deutlich an Wert. Denn das angelegte Kapital teilen die Fondsgesellschaften in eine Wertsicherungs- und eine Überschusskomponente auf. Ein Großteil der Anlegergelder fließt hierbei zwar der Wertsicherungskomponente zu. Das nicht zur Kapitalsicherung benötigte Guthaben jedoch ist oft in Aktienindizes investiert. Und die fielen: Der MSCI-World verlor zwischen 2008 und 2009 rund 60 Prozent.

Einige Fondsgesellschaften mussten daraufhin den Aktienanteil ihrer Garantieprodukte anders strukturieren. Die Postbank zum Beispiel stoppte Ende März die Einzahlungen für ein Altersvorsorgekonto (AVK), um das Portfolio zu modifizieren.

Mit einem neuen Aktienzertifikat von Goldman Sachs will die Postbank nun zwischenzeitliche Wertschwankungen ausgleichen. Die US-Bank legte das AVK-Produkt gemeinsam mit der Postbank im Jahr 2006 auf. „Wir mussten die Stellschrauben verbessern, weil der Sicherheitspuffer zu klein wurde“, sagt Jörg Kukies von Goldman Sachs. Denn sobald die Aktienquote des AVK auf Null fällt, muss die Emittentin die Kundenvermögen auf ein neues Zertifikat umschichten. Die Garantiefunktion schützt jedoch weiterhin die Anlagebeträge zum Laufzeitende. Und die Umschichtung des AVK soll laut Postbank auch eine Ausnahme bleiben. „Bei den Garantiefonds der Postbank handelt es sich überwiegend um passive Anlageformen, bei denen während der Laufzeit keine aktiven Umschichtungen zwischen den einzelnen Anlageklassen vorgenommen werden“, versichert Jürgen Gausepohl, Bereichsleiter Produktmanagement.

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