Garantiezins
Milliarden für alte Lebensversicherungen

Wer eine Police mit hohen Garantiezinsen besitzt, kann sich freuen. Damit die Zinszahlung sicherer wird, müssen die Versicherer 2014 wohl bis zu zehn Milliarden Euro zurücklegen. Das schätzt die Ratingagentur Assekurata.
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DüsseldorfIhre Garantien sind den Lebensversicherern heilig. Doch wegen der niedrigen Zinsen wird es immer schwerer, die festen Zusagen von 3,5 oder vier Prozent jedes Jahr auch einzuhalten. Dies hat die Politik früh erkannt und einen neuen Spartopf eingeführt, die Zinszusatzreserve. Die Versicherer müssen dort regelmäßig Geld reinstecken – und wegen der niedrigen Zinsen steigen die Zahlungen rasant.

In diesem Jahr könnte der Topf kräftig wachsen, schätzt die Ratingagentur Assekurata. Bis zu zehn Milliarden Euro müssen die Lebensversicherer womöglich einzahlen – und zwar dann, wenn die Zinsen nur ein wenig weiter sinken. Schon bisher waren die Zuführungen beachtlich: 2011 waren es 1,5 Milliarden, 2012 etwa fünf Milliarden und 2013 etwa sieben Milliarden Euro.

Mit dem Geld aus dem vergangenen Jahr ist dieser Notfalltopf inzwischen also bereits auf 13,5 Milliarden Euro angeschwollen. Das ist schon eine enorme Summe. Denn so hoch ist auch das gesamte bilanzielle Eigenkapital der Branche, wie Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will erläutert.

Hintergrund: In der Vergangenheit haben die Lebensversicherer besonders viele Verträge mit hohen Garantiezinsen von drei bis vier Prozent verkauft. Allein die Verträge mit 3,5 und vier Prozent machten noch über 40 Prozent der herkömmlichen Deckungsrückstellung aus, stellt Assekurata fest. 2014 könnte es nun passieren, dass zusätzlich  noch Geld für die Verträge mit Garantiezinsen von 3,25 Prozent zurückgelegt werden muss.

Deren Anteil an der Deckungsrückstellung liege aktuell bei knapp 15 Prozent, so Assekurata. Es dürfte sich dabei zum größten Teil um private Rentenversicherungen handeln, die sehr lange laufen. Entsprechend hoch fällt dann auch die Nachreservierung aus, damit die Unternehmen ihre Versprechen auch dauerhaft erfüllen können.

Grundlage für die Assekurata-Schätzung ist eine weiterhin negative Zinsprognose für den Kapitalmarkt – und zwar aufgrund der gesetzlichen Rechenmethode. Danach würde der Referenzzins für den zehnjährigen Durchschnitt europäischer Staatsanleihen auf 3,19 Prozent fallen, also unter die Garantiezins-Marke von 3,25 Prozent.

 

Kommentare zu " Garantiezins: Milliarden für alte Lebensversicherungen"

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  • Die Fed hat zwar als Beteiligungshalter auch Geschäftsbanken, aber der Gewinn geht voll an die USA. Die Mitglieder werden vom Kongress und Präsidenten bestimmt. Wer also hier die Fäden zieht steht doch nicht zur Debatte! Bei einer Bank die mir gehört Wähle ich doch auch meinen AR und Vorstand.
    Und ich muss es leider nochmal betonen: FED und EZB sind keine privaten Banken aus dem System. Nur diese beiden können Geldpolitik machen. Die anderen Banken müssen mit dieser Geldmenge arbeiten. Das inzwischen die Geldanfragen voll bedient werden ist ein neues Erscheinungsbild der Krise. Früher war dies nicht so!
    FED und EZB als normale private Bank innerhalb des Systems zu bezeichnen ist und bleibt einfach falsch. Das die Banken sich disqualifiziert haben ist ganz klar, aber diese ewige Diskussion um Garantien ist langsam leidig. Wer in LV's anlegt weiß von vornherein das er Anleihen im Depot hat und bei niedrigerem Zinsniveau bleibt das Wiederanlagerisiko. Wer einer Bank GEld leiht die zockt hat mehr Risiko! Wer Griechenland Geld leiht hat Risiko, deshalb haben die auch schon immer mehr gezahlt als die BRD. Kurz und knapp wer anlegt hat Risiken. Daran ist nicht der Zins schuld! Und wer zu viel Risiko nicht möchte, der muss die Kohle eben ausgeben! Oder breiter Streuen oder selbst eine Firma gründen und Sie zum Erfolg führen. So "einfach" ist das System. Wer beim investieren Geld verliert fühlt sich heute aber gleich betrogen, weil er nicht versteht was das bedeutet.

  • @USE

    Vor 100 Jahren, am 23. Dezember 1913, verkaufte U.S.-Präsident Woodrow Wilson mit der Unterzeichnung des (verfassungswidrigen) Federal Reserve Act (Executive Order Number 10289) das amerikanische Volk und die gesamte Weltbevölkerung an die globale, private Hochfinanz. - Das Fed ist keine staatliche (wie der Name suggeriert), sondern eine private Institution. Bis heute sind die Eigentümer des Fed geheim. Es ist das bestgehütete Geheimnis aller Zeiten.

  • Den Kommentar hab ich doch zum Börsengeschehen geschrieben, wieso wurde er hier eingesetzt?
    Und wieso kann ich nur ein paar Zeichen schreiben, wo hier ellenlange Kommentare stehen? Zu kritisch?

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