Garantiezins sinkt: "Die Verkaufszahlen gehen hoch"

Garantiezins sinkt
"Die Verkaufszahlen gehen hoch"

Was die Absenkung für die Kunden bedeutet und ob sich der Abschluss einer Police noch lohnt, verrät Diplom-Mathematiker und Aktuar Axel Kleinlein im Interview.
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Herr Kleinlein, wie beurteilen Sie die Senkung des Garantiezinses für die Branche? 

Die Entscheidung ab Januar auf 1,75 Prozent zu senken ist richtig. Vor allem schwächere Unternehmen können darauf angewiesen sein, die Zinsen zu senken. Die Absenkung sorgt daher für Stabilität. Außerdem muss das sinkende Zinsniveau auch aufsichtsrechtlich Auswirkungen haben. Der Gesetzgeber hatte also auch  keine Wahl ob er senkt sondern nur wie stark. 

Reicht der Schritt oder droht eine weitere Senkung in der Zukunft. 

Eine weitere Absenkung ist damit sehr unwahrscheinlich. Die Garantie kann daher auf absehbare Zeit gewährleistet werden. 

Die Branche hatte eine Absenkung auf nur zwei Prozent gefordert… 

Im Vertrieb wirkt der niedrige Satz nicht attraktiv. Aber das Produkt war eigentlich nie wegen der Rendite, sonder wegen der Stabilität interessant. Das hätte die Branche schon vor Jahren den Kunden erklären müssen. Die Absenkung trennt auch die Spreu vom Weizen. Die Kosten treten mehr in den Blick, etwa bei Riesterverträgen. Der Kapitalerhalt ist mit der Neuregelung nur bei niedrigen Kosten zu gewährleisten. 

Welche Auswirkungen haben die Änderungen für Bestandskunden? 

Keine. Die höheren Garantiezinsen aus alten Verträgen gelten weiter. 

Sinkt die Gesamtverzinsung? 

Das ist momentan schwer zu beantworten. Wie stark die Gesellschaften von den niedrigen Zinsen betroffen sind wird sich erst im Sommer zeigen, wenn sie ihre Geschäftsberichte vorstellen. Der negative Trend der Überschussbeteiligungen lassen aber nichts Gutes erwarten. 

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