Gastbeitrag: Sind Anlagen in Schwellenländern eine Lösung?

Gastbeitrag
Was Vergreisung für Anleger bedeutet

Sind Anlagen in Schwellenländern eine Lösung?

Bestimmt nicht, wenn man die demografische Entwicklung betrachtet: Die Überalterung lässt sich nicht aufhalten. Da aber die alternde Bevölkerung der industrialisierten Welt in Zukunft auf hohe Anlagerenditen angewiesen ist und die Schwellenländer nach Kapital hungern, könnten die Pensionsanlagen der Industriestaaten eine Lösung für diese Probleme darstellen.

Ganz so einfach gestaltet sich die Lösung (vorerst) aber nicht. Erstens müssten die Schwellenländer ihre Kapitalverkehrskontrollen lockern. Zudem hindern regulatorische Vorgaben die Pensionskassen daran, sich in signifikantem Ausmaß an der globalen Diversifikation zu beteiligen. Man sollte ferner nicht alle Eier in ein und denselben Korb legen, da ein potenziell massiver Kapitalzustrom in den Empfängerländern eine Überhitzung auslösen könnte.

Wichtig ist: Wir dürfen unsere Augen nicht einfach vor den Folgen der Bevölkerungsalterung verschließen. Die Politik muss auf dieses Phänomen reagieren. Denn die beschriebenen Trends und kurzfristigen Interessen könnten zu einem explosiven Cocktail werden und die Märkte entsprechend belasten. Jemand muss die Zeche bezahlen. Doch wer?

Fest steht, dass die Bevölkerungsalterung Folgen für die Finanzmärkte hat, die dem Wirtschaftswachstum nicht zuträglich sind. Eine Pflästerchenpolitik, die sich mit vermehrten Staatsausgaben oder Zinssenkungen zu behelfen sucht, kann langfristig nicht nachhaltig sein. Fundamentalere Eingriffe sind vonnöten.

Zwar dürfte sich das Rentenalter erhöhen, außerdem werden wohl zunehmend flexible Beschäftigungsformen zur Norm werden. Dies ist aber kein Freibrief, um angesichts der globalen Alterung einfach abzuwarten.
Das Problem geht über den rein wirtschaftlichen Aspekt hinaus. Es ist eine fundamentale gesellschaftliche Realität, der sich die Regierungen zur Not mit scheinbar radikalen Maßnahmen stellen müssen.

Wohin sollen sich die Anleger wenden, wenn die Attraktivität der traditionellen sicheren Anlagen (Anleihen, Immobilien) nachlässt? Werden die Regulatoren es ihnen tatsächlich ermöglichen, die Chancen der Globalisierung aktiv wahrzunehmen?

Die Zeit wird es weisen. Bis dahin deutet jedoch alles darauf hin, dass das Glück auch in der Frage der globalen Alterung dem Tapferen hilft.

 

Kommentare zu " Gastbeitrag: Was Vergreisung für Anleger bedeutet"

Alle Kommentare
  • Nun, die demografische Katastrophe fällt leider aus, wenn man denn endlich mal die richtigen Zahlen auf dne Tisch legt: Wie verhält sich die Relation von Erwerbstätigen zu nicht Erwerbstätigen bis 2050? Wie hoch ist der Anteil der Ausgaben für nicht Erwerbstätige am BIP bis 2050? Und wie hoch ist das BIP pro Kopf im Jahr 2050, wenn die Bevölkerung schrumpft, die Wirtschaft aber weiterhin wächst?
    Die Lösungen sind schlicht: Lohnerhöhungen in Höhe des Produktivitätsfortschritts, mehr gute Arbeitsplätze und Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Frauen und Einbezug weiterer Einkunftsarten in die Sozialsysteme.

  • Soviel wirtschaftliches Unvermoegen wie in diesen Lesekommentaren ist auch nicht aller Tage zu finden! Unglaublich!

  • Vergessen wird oft, dass weniger Kinder auch bedeuten, das weniger Personen durchhgefüttert werden müssen. Man könnte die Proportion von Durchgefütterten zu Durchfütternden günstig gestalten (bzw. auf heutigem Niveau halten): Bei Heraufsetzung des Rentenalters müsste man dazu nur entsprechend mehr Leute zu vernünftigen Konditionen beschäftigen. Es könnten schon wenige Arbeits-Jahre mehr pro Person ausreichen, wie sich aus Prognosen für die demografische Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten ausrechnen lässt. Wenn das gelingt gibt es kein demografisches Problem bei der Finanzierung der Renten oder des Sozialstaates.

  • Wowh, ist das ein saudummer Artikel! Zeigt er doch nur, was jeder weiß, nämlich dass die Waren vorrangig von der arbeitenden Bevölkerung gekauft werden.

    Der Umkehrschluß, der aus dieser einfachen und banalen Tatsache gezogen wird, zeigt die ganze Perfidität der Versicherungsbranche auf, die nun neue Zeckengründe über die Politik erschließen will. Und das ganze auch noch unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit!!!

    Wird langsam allerhöchste Zeit, dass das Gewinnemachen der Versicherungsbranche verboten wird, um die Gemeinnützigkeit im Sinne des Wortes wieder herzustellen!

  • Blablabla - die demografische Katastrophe ist eine Erfindung der privaten Versicherungswirtschaft. Das "Problem" der gesetzlichen Rente ist die einseitige Lohnfixierung in einer Gesellschaft mit stagnierenden Reallöhnen bei steigender Produktivität und zurückgehender Erwerbspersonenzahl. Eine Finanzierung der Renten aus allgemeinen Steuern wäre problemlos möglich - oder warum funktioniert das bei Beamten seit Jahrhunderten? Lediglich Unternehmens- und Vermögenseinkommen müssten wieder stärker besteuert werden.

  • Man kann im Alter nur etwas verzehren, wenn man es vorher zurückgelegt hat. Früher legte man Getreidespeicher usw. an.
    Bei der Rentenversicherung wird nichts zurückgelegt, sondern unseren Eltern gegeben. Da die Rentenversicherungsbeiträge schon jetzt nicht reichen, zahlen alle ca. 30 % der Rentenausgaben mit hohen Steuern. Wenn wir keine Eltern sind, können wir auch nichts erhalten. Und die Steuern steigen.
    Sparvermögen ist nur Papier und es symbolisiert Arbeitskraft in allen Formen und Spekulationsarten und hat nur dann einen Wert, wenn andere es brauchen und es uns abnehmen und evtl. dann auch noch Zinsen zahlen.Papiergeld ist also unser Getreide. Bei dem vorhandenen riesigen Geldvermögen aller bei uns und in Europa und USA pp wird das Papier Geld nicht mehr genügend nachgefragt und jetzt soll es in die "Drittländer" verfrachtet werden. Wenn die demnächst auch nichts mehr brauchen, gucken wir dumm. Das Getreide wird verfaulen. Und wenn wir in Deutschland nichts mehr exportieren können, weil die großen Drittländer demnächst alles selbst herstellen, was sie brauchen, werden wir, bzw. erst unsere Kinder und Enkel,verarmen. Da helfen dann auch keine Fonds von großen Versicherungen, die in den Drittländern finanziert haben. Denn China geht nicht unseren Weg. Der Staat setzt nicht auf Schulden, denn die Bürger dort können die Politiker nicht wählen und niemand muss ihnen deshalb Versprechungen vor der Wahl machen. China hat im Gegenteil so hohe Geldvermögen in Euro und vor allem Dollar.Und haben inzwischen begriffen, dass das Geld durch die rapide steigende Geldmenge (der Gelddrucker lässt grüßen) immer mehr an Wert verliert.
    Eine Lösung für das Problem, wie man einen ruhigen Lebensabend verbringt, gibt es nur begrenzt: wieder bescheidener werden und nur noch die wählen, die versprechen, dass wir "weniger" haben werden (erhalten aber nichts neues) das aber sicher(reichte früher auch und wir waren nicht unglücklich), finanzieren Sie in Ihr eigenes Heim
    Willi Westerholt

  • gegenwärtig "Vergreisung" - früher waren wir jung, dynamisch, erfolglos - Mensch, irgendwie läuft aber auch immer was schief!

  • Deutschland setzt, wie schon Japan, auf eine sehr niedrige Steuerquote und eine rigide Sozialpolitik und muss mit einer niedrigen Geburtenrate den Preis dafür zahlen: Dauerhaft niedrige Geburtenraten führen aber keineswegs nur zur Alterung. Altern heißt sterben – auch für Gesellschaften. Eine anhaltend niedrige Geburtenrate endet zwangsläufig mit der Selbstauslöschung der Gesellschaft; und das keineswegs erst dann, wenn der letzte Alte friedlich verstorben ist. Die deutsche Gesellschaft altert so schnell, dass sie schon in wenigen Jahrzehnten nicht mehr in der Lage sein wird, ihre elementaren sozialen, ökonomischen und administrativen Funktionen zu gewährleisten (vgl. wie alles so kam und warum und was noch kommt).

  • Vergreisung führt in einer einigermaßen funktionierenden Gesellschaft zu steigenden sozialen Lasten und je schlechter eine Gesellschaft funktioniert, zu entsprechend mehr sozialem Elend, besonders unter alten Menschen. Der Anleger sollte - egal welche Anlageformen gewählt und wie jeder andere Steuerpflichtige auch - mit steigenden Steuern und Abgaben rechnen, sofern es in ein paar Jahren überhaupt noch etwas gibt, was als werthaltige Anlage anzusehen ist...

  • @Bemerkung
    Wenn Sie Ihr Geld Schmarotzern übergeben, ganz gleich ob in der eigenen Famile, der Finanz"Industrie" oder dem Staat, dann wundert mich garnichts.
    Verwalten Sie es selbst! Sogar im gegenwärtigen unsicheren Umfeld sind jährlich 10% Rendite nachhaltig erzielbar. Dafür müssen Sie sich jedoch mit der Materie beschä

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