Gastbeitrag: Warum es zu weit reichenden Umbrüchen kommen könnte

Gastbeitrag
Was Vergreisung für Anleger bedeutet

Warum es zu weit reichenden Umbrüchen kommen könnte

Im Jahr 2010 war das erwerbsfähige Bevölkerungssegment in Japan gegenüber 1990 um über fünf Prozent geschrumpft, während die Anzahl der (über) 65-Jährigen sich mehr als verdoppelt hatte - von 17 Millionen auf 37 Millionen. Dies ist ein substanzieller Umbruch in der Bevölkerungsstruktur.

Die steigende Lebenserwartung und die aktuellen demografischen Trends lassen ähnliche, wenn nicht gar weiterreichende Umbrüche in Europa erwarten. Diese These lässt sich mit den Altenquotienten in Deutschland verdeutlichen (siehe Grafik).

Diese Kennzahl vergleicht die Bevölkerung im Alter von mindestens 65 Jahren mit der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64, das heißt den potenziell Erwerbstätigen. Nach 2020 dürfte sich dieses Verhältnis massiv ausweiten, da die Anzahl neuer Rentner wesentlich rascher wächst als die Anzahl neu in das Erwerbsleben eintretender Personen.

Kommen zu der demografischen Entwicklung und ihren Auswirkungen noch regulatorische Anforderungen hinzu, besteht die Gefahr, dass Europa in eine wirtschaftliche Malaise hineinschlittert, wie wir sie aus Japan kennen.

Ein Szenario in Kürze:

 lang anhaltende, äußerst tiefe Leitzinsen
 Überschuldete Banken, die ein Zombie-Dasein führe, indem sie sich auf den Ankauf von Staatsanleihen beschränken und auf eine bessere Zukunft hoffen, anstatt ihre eigentlichen Aufgaben zu erfüllen
 keine staatlichen Wachstumsimpulse
 ein Privatsektor im Bann der Kreditklemme
 eingetrübte Wachstumsaussichten mit dem Risiko eines anhaltenden disinflationären/deflationären Konjunkturumfelds

Das sind düstere Aussichten. Die Frage ist: Lässt sich dieses Szenario vermeiden?

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