Geldanlage
Sparen am falschen Ende

Sie sind gut ausgebildet und im Beruf erfolgreich – nur nicht bei den eigenen Finanzen. Welche Fehler gerade Frauen besonders oft machen und wie sie sie vermeiden können.

Frauen sind komplexer als Männer - zumindest finanziell betrachtet. Deshalb muss für sie die monetäre Lebensplanung anders aussehen als für ihre männlichen Pendants. Schade nur, dass das bei den meisten Banken und Versicherungen hierzulande noch nicht angekommen ist. Ein paar Fakten zum Wachküssen:

- Akademikerinnen verdienen in gleicher Position je nach Branche 15 bis 20 Prozent weniger als Männer, so das Statistische Bundesamt. Europaweit weist Deutschland damit mit Ausnahme von der Slowakei, Estland und Zypern die größten Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern auf.

- Nach einer Schwangerschaft kehren Frauen in der Regel nur noch als Teilzeitkräfte an ihren Arbeitsplatz zurück.

- Im Falle einer Scheidung bleiben die Kinder fast immer bei der Mutter. In den wenigen Fällen, in denen die Väter Hege und Pflege übernehmen, verfügen diese statistisch betrachtet über ein höheres Haushaltsnettoeinkommen als alleinerziehende Mütter.

- Der Ruhestand von Frauen ist daher schon wegen des niedrigeren Einkommens weniger komfortabel als von Männern. Weil sie im Schnitt rund fünf Jahre länger leben, müssen sie mit ihrem Ersparten sorgfältiger umgehen.

Standarisierte Berater mit standarisierten Produkten sind daher ein besonders hohes Risiko für Frauen. Im Laufe ihres Lebens brauchen sie mehr noch als Männer flexible Anlage- und Altersvorsorgeprodukte. In die sie je nach Lebenslage mal mehr, mal weniger einzahlen, die sie arbeitslos oder als Freiberuflerin ruhen lassen, aus deren Topf sie Bares entnehmen, falls es knüppeldick kommt, und in den sie in guten Zeiten zusätzlich einzahlen, sollte es mal Geld regnen.

Stattdessen werden ihnen Lebensversicherungen geboten, die sich nur unter Verlust kündigen lassen, Fondssparpläne flexibel wie Eisenbahnschienen und Rentenversicherungen, von denen sich im Alter kaum mehr als die Telefonrechnung bezahlen lässt.

Frauen brauchen jetzt schon genau das, was die Job-Nomaden von morgen, egal, welchen Geschlechts, alle brauchen: Heute sind sie gefragt, morgen arbeitslos und übermorgen Freiberufler. Sie nehmen eine Auszeit für eine Fortbildung, Elternzeit oder Sabbatical.

So können Frauen, die im Job tough und beim Geld gutmütig sind, die vier häufigsten Fehler vermeiden.

»  "Das ist eine Anlage fürs Leben, das Thema habe ich jetzt für Jahre vom Tisch" – oder: Die 08/15-Vermögensplanung

»  "Mein Mann arbeitet ja weiter" – oder: In Elternzeit an der Rente sparen

»  "Ich schaff das schon" – oder: Alleinerziehend und nichts auf der Naht

»  "Das mache ich, wenn ich in Rente gehe" - Aber wovon?

»  Weiter auf Seite 2: Anlage fürs Leben?

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