Gesetzesentwurf liegt vor
Lebensversicherte müssen mit Einbußen rechnen

Das Reformpaket für Lebensversicherer steht: Neukunden drohen niedrigere Garantiezinsen, Altversicherte dürften weniger als bisher von Kursgewinnen profitieren. Geht es den Versicherten jetzt an den Kragen?
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DüsseldorfDas Maßnahmenpaket zur Zukunft der Lebensversicherung steht. Bereits vor Monaten hatte die Große Koalition angekündigt, Lebensversicherer unter die Arme zu greifen, die aufgrund niedriger Zinsen immer größere Probleme haben, den Versicherten bei Fälligkeit der Lebenpolicen die versprochenen Garantien auszubezahlen.

Am Dienstag nun hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Michael Meister (CDU), Journalisten den offiziellen Referentenentwurf vorgestellt. Angestrebt wird, dass das Bundeskabinett den Gesetzentwurf in der ersten Juni-Woche verabschiedet.

Wie bereits erwartet worden war, sollen ab 1. Januar 2015 die Garantiezinsen für neue Lebensversicherungsverträge gesenkt werden. Das bedeutet für alle, die künftig eine abschließen, dass sie nur noch mit einer Mindestverzinsung von 1,25 Prozent rechnen dürfen. Bislang hatten Versicherer noch 1,75 Prozent garantiert.

Darüber hinaus müssen allerdings auch solche Versicherte mit Einbußen rechnen, die schon eine Lebenpolice am Laufen haben. Konkret wurde im Entwurf die Frage erörtert, wie stark Versicherer künftig Kunden, deren Police ausläuft oder die ihre Police vorzeitig kündigen, an Kursgewinnen festverzinslicher Wertpapiere beteiligen müssen.

Bislang sah der Gesetzgeber eine hälftige Beteiligung des Kunden an solchen Bewertungsreserven vor. Nun soll die Beteiligung flexibel gestaltet werden. Konkret sollte die Beteiligung der Kunden in solchen Fällen zurückgefahren werden, in denen der Versicherer die Garantieverzinsung nicht anderweitig erwirtschaften könne. Die Versicherungsaufsicht Bafin wolle dies im jeweiligen Fall überprüfen.

Bewertungsreserven entstehen dann, wenn hochverzinste Papiere, etwa Staatsanleihen, statt auf Rückzahlungswert 100 (pari) auf 107 Prozent (über pari) notieren. Verkauft der Versicherer diese Anleihen zum höheren Kurs vor Fälligkeit, kann er Kursgewinne unmittelbar mitnehmen, muss allerdings auf die ausstehenden (hohe) Zinszahlungen verzichten.

Im Zweifel wäre es für den Versicherer rentabler, die Papiere im Bestand zu halten als sie loszuschlagen, um Versicherten die Beteiligung an den Kursgewinnen auszubezahlen. Die nun ins Auge gefasste, flexiblere Lösung, schafft den Versicherern an dieser Stelle zumindest Spielraum. Laut Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben die Lebensversicherer 2013 jeden Monat geschätzt knapp 300 Millionen Euro an Bewertungsreserven ausgeschüttet.

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  • Was zu beweisen keiner braucht!
    denn die realität ist grausamer als mein oben stehendes schlagwort

    wo bleibt die marktwirtschaft wenn sülzbacken sofort all seine gesetze ausser kraft setzen können

  • bevor Sie solche Unwahrheiten im Netz verbreiten: "dass ablaufenden Verträge voll an den Bewertungsreserven beteiligt werden" ist falsch der VN
    hat nur Anspruch auf 50% der Bewertungsreserven.

    Insofern bleiben dem Versicherer die anderen 50%.

    Erst informieren dann schreiben!

    Rudolfo

  • Deshalb soll man nie in geschlossene Fonds rein,gerade Immofonds,wenn die zum Top gekauft haben,sitzen die jetzt auf riesigen Verlusten.Da wurden noch Anfang 07 Müllhalden und das ist jetzt kein Witz-nein wirklich Müllhalden in Dublin für 1,5 Mrd verkauft,weil man darunter das ideale Bauland als Spekulationsobjekt vermutete.

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