Gesetzliche Krankenkassen Minus von 763 Millionen Euro

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres Verluste in Höhe von 763 Millionen Euro gemacht. Die Kassen begründen die hohen Ausgaben mit Rückzahlungen und freiwilligen Leistungen.
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In diesen Krankenkassen sterben die Kunden weg
Elektronische Gesundheitskarten
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So viele Kassenmitglieder wie nie zuvor

Anfang Februar veröffentlichte das Gesundheitsministerium die Mitglieder- und Versichertenzahlen für 2013. Die Gesetzliche Krankenversicherung verfügte danach über insgesamt 52,557 Millionen zahlende Mitglieder – zum Stichtag 1. Januar 2014. Das sei ein neuer Jahresanfangsrekord, wie die Redaktion des Branchendienstes dfg herausfand. Noch nie seien so viele Bürger Mitglied einer Krankenkasse gewesen. „Die anhaltend gute konjunkturelle Lage machte es möglich“, kommentiert der Dienst für Gesellschaftspolitik (dfg).

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Tag des Kinderhospizes
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Vielen Kassen fehlen die Kunden

Die GKV hat zwar rund 387.000 Mitglieder mehr als vor einem Jahr. Doch an diesem positiven Trend haben längst nicht alle Krankenkassen teilgehabt. Knapp die Hälfte davon musste auf Jahressicht einen Mitgliederrückgang hinnehmen. Der Hauptgrund dafür ist die Sterberate. Um diese natürliche Fluktuation auszugleichen, gehen alle Kassen auf Mitgliedersuche. Doch nicht jedes Institut ist dabei erfolgreich.

AOK will Korruptionsverdacht klären
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Geringes Plus bei der AOK

Neben den Ersatzkassen sind die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) die mitgliederstärkste Gruppe. Doch gerade diese Familie hat sich sehr unterschiedlich entwickelt. Unter dem Strich blieb nur ein mageres Mitgliederplus von 4000 Personen. Einige dieser Versorgerkassen könnten ihre Verluste nicht durch Neukundenwerbung wettmachen, kommentiert der Branchendienst dfg, der die Zahlen sammelte und aufbereitete.

Kassengruppen Statistik Mitglieder
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Eine Kasse reißt die IKK raus
Auch die kleine Gruppe der Innungskrankenkassen (IKK) bietet viel Schatten. Wenn die IKK gesund plus nicht zu den größten Gewinnern zählen würde, dann hätte die Gruppe wahrscheinlich wieder die Mitgliedermarke von vier Millionen unterschritten, stellt der Branchendienst dfg fest.

1 G&V
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G&V BKK

Die G&V BKK zahlte auch in 2013 Überschüsse an Ihre Mitglieder zurück. Mit bis zu 120 Euro im Jahr 2013 gehörte die G&V BKK zu den Kassen mit der höchsten Zahlung, stellt das Institut heraus. Bei der G&V BKK können sich gesetzlich Versicherte, die in Baden-Württemberg leben oder arbeiten versichern.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -36 oder -2,45 Prozent

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

2 BKK Phoenix
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BKK Phoenix
Die Krankenkasse verweist auf einen Bericht der Zeitschrift Focus Money in der Ausgabe 45/2011. Dabei sei das Bonusprogramm der Kasse als eines der zehn besten Programme bewertet worden. Alle Versicherten könnten ohne Einschränkungen daran teilnehmen.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -147 oder -2,10 Prozent

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

3 BKK Medicus
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BKK Medicus

Die BKK Medicus honoriert gesunde Lebensweise mit bis zu 200 Euro Bonus pro Kalenderjahr. Sogar Kinder und Jugendliche profitierten von dem neuen BKK Bonusprogramm mit bis zu 100 Euro, stellt das Institut heraus.

 

Mitglieder-Bilanz 2013: -157 oder -1,92 Prozent

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

BerlinDie gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten neun Monaten des Jahres einen Verlust von 763 Millionen Euro verbucht. Diese Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben gehe vor allem darauf zurück, dass die Kassen ihre Versicherten über Rückzahlungen und freiwillige Leistungen an ihren hohen Finanzreserven beteiligt hätten, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mit.

Die Kassen haben rund 16 Milliarden Euro an Rückstellungen angehäuft. Im Gesundheitsfonds, in den Beitrags- und Steuergelder fließen, werden zum Jahresende Reserven von 12,6 Milliarden Euro erwartet. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nannte die Finanzsituation stabil.

Das Ministerium wie auch Experten rechnen damit, dass trotz der neuen Zusatzbeiträge auf die GKV-Mitglieder im nächsten Jahr im Durchschnitt keine höheren Belastungen zukommen. Regierung und Schätzerkreis haben den durchschnittlichen Zusatzbeitrag aller Kassen auf 0,9 Prozent veranschlagt.

Er läge damit in Höhe des derzeit noch geltenden Sonderbeitrags. Mehr als 20 Kassen haben sogar angekündigt, dass sie unter diesem Wert bleiben wollen, was für deren Mitglieder eine Entlastung bedeuten würde. Die Kassen legen ihre Sätze bis Weihnachten fest.

In den ersten drei Quartalen 2014 stiegen die Ausgaben für Arzneimittel um 9,3 Prozent, für ärztliche Behandlungen um 3,6 und für Krankenhausbehandlungen um 3,9 Prozent. Die Aufwendungen für das Krankengeld wuchsen um 7,7 Prozent.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Gesetzliche Krankenkassen: Minus von 763 Millionen Euro"

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  • Es ist aber doch das Ziel unserer Machthaber, das Gesundheitssystem allein den Bürgern aufzubürden, die Beiträge zu senken und möglichst alles als Zusatzbeiträge zu deklarieren.
    Ziel des sog. Gesundheitssystems ist doch nicht die Gesundheit der Bürger sondern die Absicherung der Gewinne der Pharmakonzerne, Krankenhausbetreiber udn Ärzte. Und all dies soll nicht weiter von den Untrnehmen sondern idealerweise nur noch von den Bürgern bezahlt
    werden.

    So gesehen gute Nachrichten für unsere Machthaber!

  • Sachfremde Leistungen und die kostenlose Versicherung von Familienmitgliedern sorgen dafür, daß auf Ewig die gesetzlichen Krankenkassen im Status der Pleite leben müssen.

    Daher sind sie auch keine Versicherungen, sondern Unterabteilungen der Familien- und Gesundheitsministerien, da überwiegend staatsreguliert und -finanziert per Steuergeldern.

    Die paar Euro Beiträge zählen da bald gar nichts. Alles ist planwirtschaftlich und daher unzureichend geregelt.

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