Gesetzliche Krankenkassen: Welche Kassen gut und günstig sind

Gesetzliche Krankenkassen
Welche Kassen gut und günstig sind

Versicherte müssen 2016 mehr zahlen – und in den nächsten Jahren auch. Deshalb lohnt der Wechsel der Krankenkasse: Ein Vergleich zeigt, welche besonders günstig sind und wo es interessante Sonderleistungen gibt.

Arbeitnehmer sehen mit Grausen auf ihre Krankenkassenbeiträge. Die meisten Versicherer verlangen 2015 mehr: Bei 76 von 116 untersuchten Kassen steigen die Beiträge in diesem Jahr, in der Spitze geht es um bis zu 0,8 Prozent rauf. Die Spanne ist enorm: Während die regionale Metzinger BKK in diesem Jahr mit 14,6 Prozent auskommt, verlangt die Viactic Krankenkasse 16,3 Prozent, wie ein Vergleich von Kassensuche.de für Handelsblatt Online zeigt (siehe Tabelle letzte Seite).

Damit nicht genug: Auch in den kommenden Jahren rechnen die Krankenkassen mit deutlich steigenden Beiträgen. „Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wird bis 2020 auf zwei Prozent zulegen“, erklärte der Vorsitzende des Ersatzkassenverbandes, Christian Zahn.

Zurzeit liegt der Zusatzbeitrag, den die Arbeitnehmer allein zahlen müssen, im Schnitt bei 1,1 Prozent. In den kommenden Jahren würden die Sätze für die Mitglieder laut Zahn um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte nach oben gehen. Der Grund seien zusätzliche Ausgabenbelastungen bei den Versicherern von insgesamt 16 Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren.

Auch die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherer, Doris Pfeiffer, rechnet mit Steigerungen auf 1,8 Prozent bis 2019, was im Vergleich zum vergangenen Jahr eine Verdopplung wäre. Im kommenden Jahr würden es bis zu 0,3 Punkte mehr sein. Im vergangenen Jahr sank der allgemeine Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherer (GKV) von 15,5 auf 14,6 Prozent. Von diesem allgemeinen Beitrag zahlen jeweils Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Hälfte.

Krankenkassen, die mit diesem Mindestsatz nicht auskommen, dürfen individuelle Zusatzbeiträge erheben. Die muss jedoch allein der Arbeitnehmer zahlen. Allgemeiner Beitragssatz plus Zusatzbeitrag ergibt schließlich den Prozentsatz, mit dem der an die Krankenkasse zu überweisende Teil des Einkommens berechnet wird. Laut Schätzerkreis liegt dieser durchschnittliche Beitragssatz in diesem Jahr bei 15,7 Prozent des Bruttoeinkommens.

Ein Wechsel lohnt sich schon jetzt finanziell. Bei einem Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von 4.237,50 Euro pro Monat würde das Sparpotenzial zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter in diesem Jahr rund 864 Euro betragen (siehe Tabelle). Jeder Versicherte kann mit dem Rechner auf Handelsblatt Online die günstigste Kasse für das individuell gewünschte Leistungsspektrum errechnen.

Ein Wechsel kann aber auch wegen besserer Leistungen lohnen. Zwar ist der größte Teil der Leistungen identisch, der Gesetzgeber gibt den Kassen strikte Vorschriften für die Grundversorgung. Es gibt aber Kassen, die mehr leisten, als der gesetzliche Pflichtenkatalog vorschreibt.

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