Gesetzliche Krankenversicherung
Techniker Krankenkasse senkt Beitrag nur gering

Die TK ist die finanzstärkste unter den rund 130 Krankenkassen. Trotzdem senkt sie ab 1. Januar den Mitgliederbeitrag nur wenig. Damit ist sie zwar günstiger als die größten Wettbewerber – es geht aber auch billiger.
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BerlinObwohl die Techniker Krankenkasse unter den 131 Krankenkassen mit 3,1 Milliarden Euro die höchsten Rücklagen hat, will sie von der neuen gesetzlichen Möglichkeit, ihren bisher per Gesetz festgelegten Beitrag zu senken, nur sehr vorsichtig Gebrauch machen. Dies erfuhr das Handelsblatt (Donnerstagausgabe) aus Kassenkreisen.

Statt 15,5 Prozent sollen die 6,7 Millionen Mitglieder ab 1. Januar 2015 nur noch 15,4 Prozent zahlen. 0,8 Prozentpunkte davon entfallen auf den allein von den Versicherten zu zahlenden Zusatzbeitrag, der bisher gesetzlich bei 0,9 Prozent festgeschrieben war.

Das bedeutet eine maximale Entlastung von vier Euro im Monat für jedes zahlende Mitglied. Formell beschlossen werden soll der neue Beitrag am Freitag. Wie das Handelsblatt weiter erfuhr, hofft die TK damit auch 2015 alle Ausgaben aus den laufenden Einnahmen decken zu können, also ihre Reserven zu schonen.

Barmer und DAK planen den Angaben zufolge trotz der schwierigen Finanzlage ihrer Unternehmen im nächsten Jahr bei 15,5 Prozent Gesamtbeitrag zu bleiben, ebenso die KKH. Dagegen will die kleine Ersatzkasse HKK mit 15,0 Prozent auskommen, die HEK mit 15,4 Prozent.

Die formellen Beschlüsse sollen am kommenden Freitag beziehungsweise in der nächsten Woche fallen. Die AOK-Bayern hat bereits beschlossen bei 15,5 Prozent zu bleiben. Die übrigen acht Ortskrankenkassen halten sich noch bedeckt. Ihre Verwaltungsräte tagen erst in der kommenden Woche. Sechs von ihnen haben immerhin versprochen, nicht teurer zu werden.

Auch bei der Mehrzahl der Betriebskrankenkassen wird erst nächste Woche entschieden: Hier wird die Bandbreite der künftigen Beitragssätze zwischen 14,9 und 15,5 Prozent liegen, hieß es am Mittwoch beim Bundesverband. Damit dürfte es zunächst für keinen der 70 Millionen gesetzlich Versicherten teurer werden als heute.

Weil Kassen ihre Ausgaben im kommenden Jahr theoretisch anteilig noch aus Reserven stemmen können, befürchten einige Experten bereits einen Preiskampf zwischen den Versicherern. Ebenso besteht die Sorgen, Versicherer könnten Mehrleistungen beschränken. Ob das politische Ziel, ein Wettbewerb nach den Gesichtspunkten Preis und Leistung, erreicht werden kann, wird sich erst noch zeigen.

Bis 31. Dezember müssen die rund 130 gesetzlichen Krankenkassen ihre Mitglieder über die Höhe des Zusatzbeitragssatzes schriftlich informiert haben. Ab Januar sollen die Beitragssätze dann auf den Internetseiten des GKV-Spitzenverbands für jedermann zugänglich sein.

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