Gesundheitsreform
Größere Freiheit

Überblick: Was sich zum 1. April für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen ändert.

Versicherungspflicht: Alle, die schon mal gesetzlich versichert waren und derzeit ohne Krankenschutz sind, müssen einer Kasse beitreten. Im Umkehrschluss - und das ist eine entscheidende Verbesserung - müssen die Kassen ihre Ex-Kunden wieder aufnehmen.

Ambulante Geburten in Geburtshäusern sollen besser bezahlt werden.

Impfungen müssen von den Kassen übernommen werden.

Vater/Mutter-Kind-Kuren, sofern ärztlich begründet, sind Pflichtleistungen. Auch Rehamaßnahmen müssen gezahlt werden.

Ambulante Versorgung durch Krankenhäuser soll ausgebaut werden.

Häusliche Krankenpflege in Wohngemeinschaften oder anderen neuen Wohnformen wird höher erstattet.

Probleme nach Schönheitsoperationen sind nicht mehr Sache der Kasse.

Hospize werden finanziell besser gefördert. Wie genau, steht noch nicht fest.


Jede gesetzliche Kasse muss vom 1. April an ihren Mitgliedern neue Wahltarife bieten: Die Teilnahme ist für die Versicherten freiwillig. Die Kasse kann festlegen, ob die Mitglieder im Gegenzug eine Prämienzahlung oder Zuzahlungsermäßigungen bekommen. Zur Wahl stehen diese Varianten:

- Teilnahme an Kooperationsmodellen von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern zum Beispiel bei chronischen Krankheiten oder der Betreuung von Risikoschwangerschaften.

- Wer sich vom niedergelassenen Arzt statt im Krankenhaus behandeln lässt, erhält einen Bonus.

- Finanzielle Vorteile für chronisch Kranke, wenn sie sich nach festgelegten Leitlinien behandeln lassen.

- Hausarzt-Modelle mit Kostenvorteilen für Mitglieder, die statt zum Facharzt erst zum Hausarzt gehen.


Zusätzlich können die Kassen Sonderprogramme mit je drei Jahren Mindestlaufzeit anbieten. Für die Teilnahme dürfen sie ihren Versicherten maximal 20 Prozent des Jahresbeitrags oder 600 Euro erstatten. Im Einzelnen:

- Selbstbehalte: Das Mitglied und seine Familie tragen einen Teil ihrer Kosten allein und erhalten dafür eine Prämie.

- Verzicht auf Leistungen: Das Mitglied und seine Familie nehmen ein Jahr keine Kassenleistung in Anspruch und bekommen dafür eine Prämie, maximal ein Zwölftel des Jahresbeitrags.


Wer nicht sparen will, sondern seine Versorgung aufbessern, dem stehen künftig bei einigen Kassen neben Zusatzpolicen zwei Möglichkeiten zur Wahl:

- Variable Kostenerstattung: Das Mitglied und seine Familie können sich gegen einen zusätzlichen Beitrag höhere Erstattungssätze sichern, bis zum 3,5-Fachen der Honorarordnung für Ärzte.

- Medikamente, die die Kasse sonst nicht zahlt: Versicherte können einen Tarif mit erweitertem Leistungsanspruch wählen, müssen dafür aber extra zahlen.


Bis 2009 sind weitere Änderungen für Kassen- und Privatpatienten geplant:

- 1. Juli 2007: Die privaten Krankenversicherungen müssen einen in den Leistungen verbesserten Standardtarif für rückkehrende Ex-Mitglieder anbieten.

- 1. Januar 2008: Die Ein-Prozent-Regel für Chroniker wird präzisiert; nämlich wie viel sie jährlich zu ihrer Versorgung an Eigenanteil übernehmen sollen.

- 1. November 2008: Für alle Kassenpatienten wird ein einheitlicher Beitragssatz festgesetzt. Kassen, die damit nicht auskommen, dürfen den Beitrag aber trotzdem erhöhen.

- 1. Januar 2009: Start des Basistarifs in der Privatversicherung; Wechselmöglichkeit in den Basistarif jedes Anbieters für jedermann; Start des Gesundheitsfonds für die gesetzlich Versicherten und des neuen Risikostrukturausgleichs innerhalb der Krankenkassen; Einführung einer neuen, vertragsärztlichen Gebührenordnung.


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