Girokonto-Konditionen
Tücken zum Nulltarif

Beim Girokonto lässt es sich trefflich sparen. Viele Kontobesitzer zahlen dafür Gebühren in Höhe von um 100 Euro im Jahr. Dabei bieten mehr als dreißig Geschäfts- und Direktbanken inzwischen ein kostenloses Girokonto an. Wechselwillige sollten sich die Bedingungen aber genau anschauen. Denn für die Geldinstitute sind diese Produkte ein Marketing-Instrument.

FRANKFURT. Jeder Vierte ärgert sich laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens TNS Emnid für die Citibank vom vergangenen Jahr über seine Girokonto-Gebühren. Nur der damit verbundene, lästige Papierkram hindert demnach sogar fast die Hälfte aller Bankkunden daran, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Zahlreiche Banken haben hier eine Möglichkeit erkannt, neue Kunden zu gewinnen und helfen beim Kontowechsel: Sie stellen Daueraufträge um, informieren Arbeitgeber, Versicherungen und Vermieter.

Wer ein kostenloses Girokonto eröffnet, spart in jedem Fall die monatliche Kontogebühr. Doch Interessierte sollten sich die Mühe machen, das Kleingedruckte im Vertrag zu lesen, rät Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Oft bieten Banken diese Konten nur unter bestimmten Bedingungen an (siehe Tabelle): Viele verlangen zum Beispiel einen monatlichen Geldeingang. Außerdem richten sich die Konten überwiegend an Internet- oder Telefonbankingnutzer, da meist nur beleglose Buchungen kostenlos sind. Wer doch mal eine Überweisung abgibt, muss pro Beleg bis zu 2 Euro Gebühren berappen. Und wer das Konto überzieht, zahlt teilweise aktuell über 13 Prozent Dispozinsen im Jahr.

Hintergrund: „Die Banken wollen mit diesen Konten solvente Kunden anlocken", sagt Sigrid Herbst von der Finanzdienstleistung FMH. Mit Hilfe der Kontodaten erstellen die Geldinstitute ein Kundenprofil und prüfen, welche lukrativen Zusatzgeschäfte möglich sind. „Wer sich für ein kostenloses Konto entschiedet, muss zumindest mit mehr Werbe-Briefen oder -mailings rechnen als ein Sparkassen-Filial-Kunde", ergänzt Strube.

Geeignet sind diese Konten für Onlineaffine, die keine individuelle Betreuung brauchen, also mit einem Standardprodukt zufrieden sind. „Es ist schwer vorstellbar, bei einer Direktbank den Dispo-Zins zu verhandeln", sagt Strube. Auch wer stark schwankende Zahlungseingänge hat, könnte Probleme bekommen. Aus Kostengründen läuft die Kontoführung automatisiert. „Wer aus dem Raster fällt, verliert die Vorzugskonditionen", sagt Herbst.

Wer sich für ein kostenloses Konto interessiert, sollte in jedem Fall die Angebote vergleichen. Denn die Banken gestalten die Konten unterschiedlich. So verzichten einige Geldhäuser wie die Deutsche Kreditbank, die Wüstenrot-Bank oder regionale Anbieter wie Sparda- und PSD Banken auf den Mindesteingang. Eine kostenlose EC-Karte ist Standard, eine Kreditkarte ohne Extra-Gebühr etwas Besonderes. Unterschiede gibt es auch bei den Kosten fürs Geldabheben am Automaten, bei Guthaben- und Dispo-Zinsen.

Ein ausführlicher Vergleich der kostenlosen Girokonten im PDF-Format zum Ausdrucken

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