GKV-Zusatzbeitrag
Nur wenige Kassen machen Kasse

Der Zusatzbeitrag zur Gesetzlichen Krankenkasse bleibt im kommenden Jahr stabil bei durchschnittlich 15,7 Prozent. Eine Finanzspritze des Bundes verhindert den Anstieg. Dennoch werden einige Kassen den Beitrag erhöhen.
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FrankfurtVorweihnachtszeit ist Sitzungszeit. Zumindest bei den Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Dann kommen die Verwaltungsräte der im Moment noch 118 Kassen in Deutschland zusammen und beschließen die Höhe der Zusatzbeiträge, die ihre Mitglieder im kommenden Jahr zu zahlen haben. Und die wiederum blicken interessiert darauf, ob gerade der dann teurer wird.

Die gute Nachricht vorweg: Mit einer flächendeckenden Beitragserhöhung braucht niemand zu rechnen. Nicht mal jede zehnte deutsche GKV erhöht im kommenden Jahr die Zusatzbeiträge. Dafür hat schon die Bundesregierung gesorgt. Eine Sonderzahlung von 1,5 Milliarden Euro für den Gesundheitsfonds hatte sie schon vor geraumer Zeit beschlossen, um im Wahljahr 2017 nicht zu viele Wähler zu verärgern.

Damit bleibt vorerst weitgehend alles, wie es ist. Bei 15,7 Prozent liegt im Schnitt der Beitragssatz, der sich aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und dem jeweils individuellen Zusatzbeitrag zusammensetzt. Den können die Versicherer nach oben anpassen, je nachdem, wie dringend sie Geld benötigen.

Und hier stieg der Bedarf in der laufenden Legislaturperiode kräftig. Teils ist von bis zu 40 Milliarden Euro die Rede, die für steigende Kosten für Medikamente, Behandlungen und Arzthonorare fällig wurden. Die große Rechnung dürften Kassenpatienten deshalb erst ab 2018 präsentiert bekommen.

Vor der großen Überweisung durch die Bundesregierung hatte der GKV-Gesamtverband schon für das kommende Jahr mit einer Beitragssteigerung von 0,3 Prozentpunkten gerechnet. So bleibt es vorerst beim durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent. Bis Ende des Jahrzehnts rechnet GKV-Vorsitzende Doris Pfeiffer jedoch weiterhin mit einem Anstieg auf 1,8 Prozent.

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  • Dieser journalistische Artikel liest sich gut – verschweigt aber das Entscheidende.

    Fakt ist nämlich, dass davon mindestens 1,3 Mrd. € aus der Fondsentnahme für die Finanzierung der zusätzlichen Gesundheitskosten für die „Schutzsuchenden“ verwendet werden.

    Den Berufspolitikern kommt es ausschließlich darauf an, dass vor der BT-Wahl der dumme Wähler nicht zusätzlich sauer auf das elitäre Politpa.. wird, weil ohne diese verlogene Zweckentfremdung aus dem Gesundheitsfonds durch steigende Zusatzbeiträge dem Wählerpack klar werden würde, dass sie diese wegen der Gesundheitskosten „Schutzsuchender“ zu zahlen haben.

    De Facto zahlen somit ausschließlich GKV-Mitglieder die Zeche der Berufspolitiker für deren „Tag der offenen Grenzen“.

    Zufall oder Absicht, dass der Artikelschreiber hier eine ganz andere „Wahrheit“ zum Besten gibt?

  • Das Geschäft mit der Angst vorm Krankwerden floriert.

  • Der sogenannte Krankenkassenbeitrag hat sich, für Selbständige, inzwischen zu einer Kopfsteuer entwickelt: Man muß zahlen, auch wenn das Einkommen Null oder Minus.

    Erfinder sind übrigens die Engländer. Damals galt in deren Kolonien die Hüttensteuer: Egal, ob die Eingeborenen etwas verdienten, zahlen mußten sie, soweit sie eine Hütte bewohnten. Und wenn sie nicht zahlten, hat man ihnen die Hüte abgefackelt.

    Hat unsere Regierung im Prinzip übernommen, gilt allerdings vorerst nur für Deutsche.

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