Global Wealth Report Die Deutschen werden immer reicher

Die aktuellen Marktturbulenzen vernichten weltweit Milliardenwerte. Doch die Reichen sind dafür gut gewappnet. Das globale Geldvermögen erreichte 2010 einen Rekordstand. Auch in Deutschland wuchs der Reichtum.
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Laut Allianz waren die Geldbeutel der Deutschen nie zuvor voller als in diesem Frühjahr. Quelle: dpa

Laut Allianz waren die Geldbeutel der Deutschen nie zuvor voller als in diesem Frühjahr.

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Frankfurt/MünchenDie Deutschen waren nach Einschätzung in diesem Frühjahr so reich wie noch nie zuvor. Im Schnitt kamen jeder Bürger auf ein Bruttovermögen von 60.000 Euro. Das zeigt der "Global Wealth Report", den der Versicherer Allianz am Mittwoch veröffentlichte. Zwar hat die Entwicklung in Folge der Schuldenkrise kurzfristig die in diesem Jahr erzielten Zuwächse schon wieder zunichte gemacht. Seit Ende der Finanzkrise ist die Bilanz aus deutscher Sicht aber dennoch positiv: Zusammen mit Österreich und den skandinavischen Ländern gehört Deutschland seither zur Gruppe der Länder mit den höchsten Vermögenszuwächsen.

Nach wie vor liegen die Deutschen mit einem errechneten Pro-Kopf-Bruttovermögen von gut 60.000 Euro weltweit aber nur auf dem 17. Nationenrang. In den Berechnungen werden weder Immobilienbesitz noch die in Deutschland überdurchschnittlich hohen Rentenansprüche berücksichtigt. An der Spitze liegen weiterhin die Schweizer, die der starke Franken auf einen Spitzenwert von mehr als 207.000 Euro Vermögen pro Kopf katapultiert hat. Auf den Plätzen folgen mit gehörigem Abstand die US-Amerikaner, die Japaner und als reichste EU-Bürger die Dänen mit knapp 105.000 Euro pro Kopf.

Vor den Deutschen seien auch Euro-Länder platziert, die vor einer erheblichen Schuldenproblematik stehen, so zum Beispiel Irland oder Italien. Die ganz beträchtlichen Privatvermögen in diesen Ländern böten allerdings den Regierungen zusätzliche Möglichkeiten, aus eigener Kraft den Schuldenabbau voranzutreiben. So seien zum Beispiel befristete Vermögensabgaben denkbar, sagte der Volkswirt. Deutschland komme hingegen bei der Haushaltskonsolidierung gut voran und sollte nach seiner Einschätzung auf Steuererhöhungen verzichten. „Wir sollten die private Nachfrage am Leben erhalten.“ Der vorsichtige deutsche Sparer sei in der Krise zu einem weltweiten Rollenvorbild geworden, sagte Heise.

Die derzeit weltweit zu beobachtende Vorliebe für Bankeinlagen und Staatsanleihen sei aber wegen der geringeren Rendite problematisch für den langfristigen Vermögensaufbau. „Angesichts des demografischen Wandels und seiner Herausforderungen können sich die Sparer die Flucht in sehr risikoarme, aber eben auch renditeschwache Anlagen eigentlich nicht leisten.“ In den vergangenen Jahren haben aber Anleger mit einem hohen Wertpapieranteil aus Aktien oder Fonds überdurchschnittliche Verluste gemacht.

Weltweit ist demnach im vergangenen Jahr das gesamte verfügbare Privatvermögen dennoch um 6,2 Prozent auf insgesamt 95,3 Billionen Euro angewachsen und hat damit das Vorkrisenniveau von 2007 erstmals wieder übertroffen. Die Inflation wird dabei nicht berücksichtigt. Innerhalb der gesamten Dekade betrug der jährliche Wertzuwachs der Vermögen aber nur 4,1 Prozent, pro Kopf gerechnet sogar nur 3,2 Prozent, wie Heise berichtete. „Die Sparer mussten den wiederkehrenden Finanzkrisen Tribut zollen.“ Nach wie vor sitzen die großen Vermögen vorwiegend in den westlichen Industrieländern und Japan, die in der Krise aber auch am deutlichsten gelitten hätten.

Das Wohlstandsgefälle sei weiter gewachsen. Allerdings gelinge immer mehr Haushalten aus den Schwellenländern der Sprung in die globale Vermögensmittelschicht, die der Report zwischen 6000 und 36.200 Euro pro Kopf angesetzt hat. 300 Millionen von weltweit 500 Millionen Menschen in dieser Gruppe kommen nicht aus den alten Industrieländern. Das werde große Auswirkungen auf die weltweiten Finanz- und Vermögensmärkte haben.

  • dpa
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11 Kommentare zu "Global Wealth Report: Die Deutschen werden immer reicher"

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  • @ soso

    Aha - und wieso nicht? Wer ist denn der Staat? Ich und Sie und die 80 Millionen anderen. Und wer darf für die Schulden des Staates einstehen, über die Steuern? Genau ...

  • Der Propagandaminister meldet gehorsam:

    Alles auf Kurs, der Endsieg ist nahe!

    P.S. Glaubt das Handelsblatt wenn es zwei Artikel mit identischem Unsinn präsentiert, würde dies die Glaubwürdigkeit erhöhen?

  • Auf dem Papier schon. Da die Guthaben aber als Staatsanleihen und andere Konsumkredite gebucht sind und diese niemals zurückgezahlt werden ist das ganze Vermögen futsch. Die Guthaben der einen sind die Schulden der anderen, so funktioniert nun mal unser Geldsystem. Wer es noch nicht kapiert hat sollte sich besser informieren.

  • aufgrund der Währungsunion die industrielle Vormacht Deutschlands wurde ausgebaut, also genau das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war.
    Es gilt dies zu korrigieren.

  • Die Inflation wurde aber nicht reingerechnet, ebensowenig steigende Lebenshaltungskosten, u steigende Grundstückspreise und Mieten. Würde gerne mal wissen, ob das Durchschnittsvermögen auch "real" gestiegen ist.
    Was wird denn so alles in dieses Vermögen einbezogen, und welcher Wert wird veranschlagt ? Wenn z.B jeder einen Fernseher hat, wird der dann mit dem wahren Wert (vernachläsigbar) oder mit dem Wiederbeschaffungswert angesetzt? Zählt das dann auch zu "Vermögen" ? Oder was ist mit Autos ? Und was ist mit Sparbucheinlagen? Da kann man- angesichts der Abwertung- mit dem Nominalwert doch nicht wirklich was anfangen.
    Der Artikel hat den Charakter einer Beruhigungspille und kann nicht ernstgenommen werden.

  • Der Artikel bezieht sich auf Privateigentum und nicht auf Staatseigentum! Privatem Vermögen Staatsschulden gegenzurechnen zeugt auch nicht von großer Weisheit :-)

  • Rentenansprüche werden nicht berücksichtigt? Stimmt nicht -nachzulesen bei http://www.presseportal.ch
    "Die Ausnahmestellung der Schweiz reflektiert laut Allianz-Studie vor allem das sehr starke Element der Kapitaldeckung im Rentensystem." Auch ist das Bruttovermögen dank Geldmengenerhöhung auch nicht unbedingt and Wert gestiegen. Unabhängig davon halte ich die Schätzung für viel zu hoch. 240.000€ Durchschnitt für eine vierköpfige Familie? Wer's glaubt...

  • Liebe Redaktion,
    ich hasse es, weil Ihr oft Berichte unkommentiert veröffentlicht. Im ersten Semester BWL bzw. VWL oder auf der Realschule/Wirtschaftsschule lernt man Buchführung.
    Linke Seite -rechte Seite. Wenn man schon von Geldvermögen spricht, dann auch von den Schulden 2 Bio Staatsschulden 4-7 Billionen implizite Schulden (fehlende Rückstellungen Beamtenvorsorge , Krankenversicherung) EUROBAILOUTS Minimum 500 Mrd. bis mehrere Billionen) bleibt ein Minus von mehrere Billionen EURO.
    Also nichts als Falschdarstellung -heiße Luft. Wiedermal.
    So könnte ich den ganzen Tag richtigstellen, das nervt.
    Oder hat das ganze Methode?
    Wie kann man die Schafe scheren/besteuern/enteignen?

  • mit meinen 60.000 € die ich angeblich besitze rette ich gerne in zukunft die italiener mit ihrem durchschnitts-mehrvermögen

    so läuft der hase in europa, respekt das unsere politik lustig mitmacht

  • Das ging aber schnell, die haben schon der Titel der Artikel geändert...

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