Gneration 50 plus
Mit der Finca in die Rente

Egal ob an der Ostseeküste, in München oder auf Mallorca - Zweitimmobillien sind häufig eine wichtige Investition für den Ruhestand. Ganz gleich, wo sich die Investoren umschauen: Die meisten sind letztlich erstaunt, dass bei ihrem Budget tatsächlich eine weitere Immobilie drin ist.

STUTTGART. Lange Jahre verbrachte der Grundschulrektor Gottfried Kuhlmann seine Sommerferien in Dänemark. Dann fiel die innerdeutsche Grenze, und die Familie blieb beim Urlaub in Rügen hängen. "An unserem letzten Ferientag sahen wir dann eine Anzeige, dass nahe am Naturschutzgebiet neue Ferienwohnungen gebaut werden - das hat uns gleich gereizt", erinnert sich Kuhlmann.

Ausgedehnte Radtouren, fast unberührte Natur und jeden Herbst ein spektakuläres Schauspiel von 60 000 Kranichen, die auf dem Weg ins Winterquartier hier Rast machen: Seit sie beide pensioniert sind, gönnen sich die Kuhlmanns diese Idylle jetzt rund vier Monate im Jahr. Sie kauften eine Ferienwohnung im Dachgeschoss, die sie bei Bedarf auch an Familie und Freunde weitergeben oder vermieten können.

Gottfried Kuhlmann ist nur einer von Zehntausenden der Generation 50 Plus, die sich mit einem Immobilienkauf den Ruhestand erleichtern und ihre Lebensqualität absichern wollen. Dabei gibt es mehrere Varianten: Entweder soll der Zweitwohnsitz als reine Ferienwohnung dienen, die vor dem Ruhestand sowohl fremdvermietet als auch für den Urlaub selbst genutzt werden kann. Oder die Zweitwohnung wird im Alter zum Hauptwohnsitz, weil ein milderes Klima oder günstigere Lebenshaltungskosten locken. Dritte Möglichkeit: Die Zweitwohnung bleibt die ganze Zeit eine reine Kapitalanlage, wird durchgängig vermietet und wirft mit der Zeit genug Ertrag ab, um dem Eigentümer im Ruhestand ein Zusatzeinkommen zu sichern.

Wer auf die dritte Variante setzt, sucht sich oft eine Zweitwohnung im eigenen Ort oder in der nächstgrößeren Stadt aus - eine sinnvolle Überlegung, sagt Jürgen Kriegisch, Mitglied der Geschäftsleitung beim Immobilien-Dienstleister Alt und Kelber. "Als Münchener, der in Berlin investiert, bin ich der Marktsituation und den Maklern und Verwaltern ausgeliefert. Aber in meinem eigenen Ort kenne ich aus eigener Erfahrung die Viertel, in die ich nicht investieren will. Dann ist das Risiko nicht so groß, auf der Wohnung sitzen zu bleiben, weil sich keine Mieter finden." Die Nebenkosten für Heizung, Strom und Gas, die seit Jahren steigen, lassen sich mit einer vermieteten Zweitwohnung ebenfalls deutlich reduzieren oder sogar komplett abdecken, sagt Kriegisch.

Wer sich doch in eine andere deutsche Region vorwagt, dem raten die Makler dazu, nur in bestimmten Gebieten und Preisklassen zu suchen. Luxuswohnungen sind fast immer zu teuer, problematische Stadtquartiere dagegen riskant, sagt Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD). "Wenn ein privater Investor eine Wohnung kaufen und dann weitervermieten will, ist er am besten beraten mit guten Wohnlagen im mittleren oder gehobenen Preisniveau. Denn hier ist das Verhältnis von Kaufpreis zu Mietertrag am günstigsten."

Außerdem gefragt sind mittlere bis größere Städte. "Generell sollte die Stadt mindestens 100 000 Einwohner haben. Vom ländlichen Bereich raten wir dagegen eher ab, weil die demographische Entwicklung der kommenden Jahre hier noch nicht abzusehen ist", sagt CWI-Vorstandssprecher Spindler. "Im Osten sind Leipzig, Dresden, Potsdam, Jena und vielleicht noch Magdeburg interessant." Wichtig sei auch eine gewisse Mindestgröße der Wohnung: In den kommenden Jahrzehnten wird der Wohnbedarf pro Bürger um acht bis zehn Quadratmeter steigen, erwartet Spindler. Das bedeutet: Einzimmerapartments und Kleinstwohnungen werden schwieriger zu vermieten und zu verkaufen sein als heute. 

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