Haftpflicht
Ohne Versicherung in die Pleite

Haftpflichtversicherungen sind unverzichtbar. Wer keine hat, erlebt schnell sein blaues Wunder.

FRANKFURT. Erst macht es Spass, dann macht es Krach – und dann beginnt der Ärger. In keiner Jahreszeit passieren so viele Unfälle wie im Sommer. Klar, denn bei warmem Wetter, langen Tagen und lauen Nächten sind viel mehr Menschen draußen als in der trüben Jahreszeit. Doch wer öfter radelt, skatet, grillt oder mit dem Hund Gassi geht, der hat eben auch ein erheblich höheres Risiko, dass etwas passiert.

Da kann der Fußball des siebenjährigen Sohnes in die Fensterscheibe des Nachbarn fliegen oder dem Familienvater ein Stück glühende Grillkohle auf den nackten Fuß des Gastes fallen.

„Das kann richtig ins Geld gehen – vor allem dann, wenn andere Personen zu Schaden kommen“, sagt Bianca Höve vom Bund der Versicherten (BdV). Wer einen Schaden versehentlich oder fahrlässig verursacht, muss ihn auch begleichen, schlimmstenfalls mit seinem gesamten Vermögen. Er muss dem Nachbarn die zerbrochene Fensterscheibe ersetzen, dem Geschädigten die Behandlungskosten und gegebenenfalls eine lebenslange Rente bezahlen.

Versicherung enorm wichtig

Damit der Unfall nicht gleich in die Pleite führt, raten Verbraucherschützer zum Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung. „Das ist eine der wichtigsten Versicherungen von allen“, sagt Versicherungsexpertin Höve. Ein Drittel aller Singles besitzt nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft trotzdem keine. Am Preis kann es nicht liegen: Die günstigsten Tarife für Singles gibt es schon für etwa 50 Euro im Jahr, die teuersten kosten mehr als 200 Euro. Dass die teuersten auch die besten sind, bestätigen Versicherungsexperten nicht. „In der Grundsicherung sind alle etwa gleich“, sagt Höve.

Auf Deckungssumme achten

Wichtig beim Abschluss ist vor allem die Höhe der Deckungssumme. „Sie sollte mindestens drei Millionen Euro, besser fünf Millionen Euro betragen“, rät Höve. Der Unterschied von zwei Millionen in der Versicherungssumme macht beim Jahresbeitrag nur ein paar Euro aus.

Es ist zudem sinnvoll, genauer auf die Vertragsbedingungen zu sehen. So sind bei einigen Anbietern Schäden durch das Surfbrett mitversichert, bei anderen gibt es das nur gegen Aufpreis. „Jeder sollte prüfen, welche speziellen Risiken er versichern muss – und dann das günstigste Angebot mit einer möglichst hohen Deckungssumme wählen“, rät „Finanztest“. Doch so hoch gelobt die Haftpflichtversicherung ist, es gibt auch Lücken. „Es tauchen immer wieder Situationen auf, die für die Versicherten enttäuschend sind“, sagt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV). Deshalb lohne der Blick in die Vertragsbedingungen.

Böse Überraschungen erleben oft Eltern, deren kleine Kinder bei einem Besuch den Teppich der Gastgeber mit Johannisbeersaft bekleckern. Da Kinder unter sieben (im Straßenverkehr unter zehn) Jahren nicht schuldfähig sind, muss die Versicherung für den Schaden nicht aufkommen. Sie zahlen nur, wenn die Eltern nachweisen, dass sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Kein Schutz bei Graffitti

Keine Haftpflichtversicherung zahlt für vorsätzlich herbeigeführte Schäden, etwa durch Graffitti-Schmierereien an Hauswänden. Auch wer sich ein Fahrrad oder Auto von einem Freund leiht und kaputt zurückgibt, sollte nicht auf Versicherungsschutz hoffen.

Quelle: Tagesspiegel

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