Handelsblatt Special: Altersvorsorge
Die Rendite steht im Fokus

Nach dem Wegfall der Steuerfreiheit für Einmalauszahlungen aus kapitalbildenden Versicherungen und der erneuten Senkung der Garantieverzinsung versuchen die Versicherungsunternehmen, die Nachfrage durch neue Produktideen anzukurbeln. Doch ob sich solche Produkte auch für den Anleger rechnen, ist fraglich.

FRANKFURT. Bei klassischen Kapitallebens- oder privaten Rentenversicherungen ist zwischen der Garantieleistung und der Leistung inklusive der Überschüsse zu unterscheiden. Seit dem 1. Januar 2007 liegt die Garantieverzinsung bei mageren 2,25 Prozent. Dieser ohnehin schon niedrige Wert ist allerdings Augenwischerei. Denn bezogen auf die geleisteten Beiträge erhält der Anleger je nach Versicherer nur eine tatsächliche Verzinsung von 0,5 Prozent bis 1,5 Prozent. Der Grund liegt in den hohen Abschluss- und Verwaltungskosten. Die ersten 24 Monatsbeiträge dienen in der Regel der Vergütung des Vermittlers.

Auch der Verwaltungsapparat der Versicherungsgesellschaft muss bezahlt werden. Bezogen auf die Laufzeit werden so in Deutschland im Schnitt lediglich 85 Prozent des Beitrags verzinslich angelegt. Bleibt also die Hoffnung auf gute Anlageergebnisse der Versicherung, damit der Versicherte in den Genuss der prognostizierten Überschüsse kommt. Auf Grund der Anlagerestriktionen der Versicherungen wachsen die Bäume aber auch hier nicht in den Himmel. Realistisch betrachtet wird der Anleger eine durchschnittliche Gesamtverzinsung von maximal vier Prozent erhalten.

Bei diesen mageren Renditen verwundert es nicht, dass mittlerweile 20 Prozent der neu abgeschlossenen Versicherungen fondsbasiert sind. Hier werden die Gelder in Investmentfonds angelegt, die ihrerseits in Aktien, Anleihen oder Immobilien investieren. Bei guter Wertentwicklung der ausgewählten Fonds liegt die Verzinsung für den Anleger höher als bei den klassischen Produkten, in schlechten Phasen können andererseits gleichwohl auch Verluste entstehen.

Natürlich hat die Versicherungsbranche auch hierfür eine Lösung parat. Denn neue Produkte bieten dem Anleger beispielsweise die Investition in ein Garantiezertifikat an, was dem Anleger die Partizipation an der Wertentwicklung unterschiedlicher Anlageklassen verspricht, ihm im schlechten Fall aber mindestens sein eingesetztes Kapital zurückzahlt. Hört sich gut an, aber auch die Kapitalgarantie kostet Geld. Die Versicherer argumentieren, dass sich das Investment dennoch lohne: durch die steuerlichen Vorteile.



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