Handelsblatt Special: Altersvorsorge
Profis bringen Struktur in die Planung

Der Aufbau und die Erarbeitung eines individuellen Altersvorsorgeplans sind eine Herkulesaufgabe. Für viele Bürger ist das Thema Altersvorsorge allerdings ein „Buch mit sieben Siegeln zum Quadrat“. Im Beratungsgespräch sollten die Bedürfnisse des Sparers im Vordergrund stehen, sie sind zunächst wichtiger als die Produktwahl.

KREFELD. Einerseits bietet der Staat eine Vielzahl von Förderungen für Altersvorsorgesysteme an – zum Beispiel über Zulagen oder Steuervorteile bei der Riester-Rente oder reine Steuervorteile in der Ansparphase bei der Basis-, beziehungsweise Rürup-Rente. Zudem gibt es die Ertragsanteilsbesteuerung bei privaten Rentenversicherungen und vieles mehr.

Andererseits sind die Auswirkungen der nachgelagerten Besteuerung der Altersvorsorgesysteme auf die Nettorente zu berücksichtigen. Hinzu kommen noch die Auswirkungen des Halbeinkünfteverfahrens bei Lebens- und Rentenversicherungen oder die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge. Rund um diese Aspekte baut sich für viele Anleger ein immenser Fragenkatalog auf, der nur gemeinsam mit Spezialisten abgearbeitet werden kann.

An wen können sich die Verbraucher wenden? Die Beratung bei einer Bank ist kritisch zu betrachten. Sie kann zwar korrekt sein, wird sich aber in der Regel direkt auf Produkte und logischerweise meist auf hauseigene Angebote beziehen.

Auch ein Versicherungsmakler berät in der Regel produktbezogen und hat zudem meist ein eingeschränktes Blickfeld, da er sich auf die Angebote der Versicherungsindustrie konzentriert. Schließlich ist auch die Beratung durch einen Finanzplaner nur ratsam, wenn er ein Beratungshonorar bekommt und seine Entlohnung nicht vom Verkauf bestimmter Produkte abhängt. Denn: „Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing“, besagt ein Sprichwort.

Wichtig ist dagegen, den Steuerberater mit ins Boot zu holen, weil es um viele steuerrelevante Aspekte geht. Da der Berater aber selten auf die Altersvorsorgeplanung spezialisiert sein dürfte, kann er nur begleitend hinzugezogen werden. Wie sollte man vorgehen? Das Ziel der Beratung muss sein, dass der Verbraucher einen produktneutralen Altersvorsorgeplan als Gutachten erhält, der zu seinen individuellen Bedürfnissen sowie seiner familiären und steuerlichen Situation passt. Danach sollten zielorientiert die passenden Produkte zur Realisierung des Finanzplans eingekauft werden.

Mit den folgenden Schritten erreicht man sein Ziel am effektivsten: Nach der Auswahl des passenden Beraters ist es wichtig, eine private Vermögensbilanz zu erstellen. Dazu gehört, die Situation der Einnahmen und Ausgaben zu ermitteln. Als nächster Schritt sollten der Steuerstatus und die berufliche Stellung berücksichtigt werden und die Ziele sowie Bedürfnisse des privaten Haushalts analysiert werden. Die vorhandenen Vermögenswerte und Sparverträge müssen kritisch bewertet werden. Zuletzt wird dann das Gutachten zur Altersvorsorgeplanung erstellt – die Kosten dafür sollten nicht über 1 000 Euro liegen.

Der Autor, Rolf Klein, ist Geschäftsführer der Klein & Quandt Finanzplanungsgesellschaft

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