Handelsblatt testet
Rürup-Renten im Vergleich

Versicherungen bieten bei der Rürup-Rente viele Tarife an, deren Leistungen sich deutlich unterscheiden. Das Analysehaus Franke und Bornberg hat für das Handelsblatt die unterschiedlichen Angebote verglichen.

FrankfurtViele Menschen fürchten das Alter – auch mit Blick auf ihr finanzielles Dasein. Das zeigte erst wieder eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Bank in Deutschland. Demnach hat die Mehrheit der Menschen im Land Angst vor Armut im Alter. Zugleich finden mehr als 80 der Befragten, dass „die Notwendigkeit, sich um die eigene Altersvorsorge zu kümmern, niemals aufhört“.

Das gilt in besonderem Maße für Selbstständige und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen, daher meist auch keine gesetzliche Rente beziehen. Vor allem für diese Gruppe hat der Gesetzgeber die Rürup- oder Basis-Rente mit einer umfangreichen steuerlichen Förderung geschaffen.

Interessierte sollten aber genau prüfen, ob diese Form der geförderten privaten Altersvorsorge zu ihnen passt, mahnen Verbraucherschützer immer wieder. Denn die im Jahr 2005 vom Ökonomie-Professor und früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup entwickelte Vorsorgeform bietet dem Vertragsinhaber zwar eine hohe Steuer-Förderung. Doch die Rürup-Rente zwängt ihn auch in ein starres Korsett von Bedingungen.

Bis zu 22.767 Euro – dem Höchstbetrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung – können pro Jahr steuerfrei in einen Basisrenten-Vertrag eingezahlt werden. Verheiratete dürften das Doppelte einzahlen. Die steuerliche Absetzbarkeit steigt in Stufen an bis zum Jahr 2025. 2016 kann jeder 82 Prozent als Vorsorgeaufwendung von der Steuer absetzen, also maximal 18.669 Euro. Die Rürup-Rente wird nachgelagert – also im Rentenalter besteuert, genauso wie die gesetzliche Rente. Die Vorsorgeform ist also als Wette darauf zu verstehen, dass der persönliche Steuersatz im Alter niedriger ist als aktuell.

Für das üppige Steuerbonbon bindet sich ein Versicherter aber ein Leben lang an seinen Rürup-Vertrag. Denn er zahlt mindestens bis zum Alter von 62 Jahren ein, ausgezahlt wird die Basis-Rente nur als Rente. Der Gesetzgeber schreibt die Basisrente als Leibrente vor, der Versicherte baut also eine Anwartschaft auf eine Rentenversicherung auf. Dies kann er über eine klassische Rentenversicherung machen, eine fondsgebundene oder gemischte Rentenpolice oder einen Fondssparplan.

Zu Beginn der Auszahlphase fließt das Kapital aus allen Varianten in eine Rentenversicherung. Die Rürup-Rente ist nicht kündbar, nicht beleih- und veräußerbar. Allerdings muss das angesparte Kapital bei Arbeitslosigkeit nicht aufgebraucht werden, bevor man Arbeitlosengeld II bekommt, und es ist Hartz IV sicher. Die Rürup-Rente ist nicht übertragbar und grundsätzlich nicht vererbbar. Oft vereinbaren Versicherte aber einen Todesfall- und Hinterbliebenenschutz.

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