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Trotz Fieber sicher in den Urlaub

Reisekrankenversicherungen können vor hohen Arztrechnungen schützen, wenn Urlauber unterwegs krank werden. Auf welche Fallstricke Verbraucher achten sollten – und was die Policen kosten.

KölnDie meisten Deutschen zieht es im Sommerurlaub in fremde Länder. Mehr als 70 Prozent der Reisen, die länger als fünf Tage dauern, gehen ins Ausland, zeigt eine Statistik des Deutschen Reiseverbands. Beliebtestes Reiseziel ist Spanien, gefolgt von Italien und der Türkei. Auch Österreich, Kroatien und Griechenland sind bei deutschen Urlaubern populär.

Nicht immer läuft der Urlaub allerdings so wie geplant. Rund sieben Prozent der Urlauber werden während der Reise krank, geht aus einer Umfrage der DAK aus dem vergangenen Jahr hervor. Die meisten haben nur eine Erkältung – aber auch Stürze, schlimme Sonnenbrände und Magen-Darm-Infekte sind keine Seltenheit. Wer ganz großes Pech hat, wird bei einem Unfall verletzt. Ist eine Arztbehandlung oder sogar ein Krankenhausaufenthalt nötig, kann eine Reisekrankenversicherung Urlauber vor einem teuren Nachspiel bewahren. Wird für den Arztbesuch im Ausland mehr Geld fällig als zu Hause, übernimmt die Krankenkasse nämlich nicht die kompletten Kosten.

Reisekrankenversicherungen kosten in der Regel keine hohen Beträge. Einzelpersonen können sich bereits für wenige Euro im Jahr versichern, für Familien wird es etwas teurer. „Als gesetzlich Krankenversicherter sollte man eine solche Police auf jeden Fall abschließen. Sonst bleibt man unter Umständen auf Behandlungskosten sitzen“, sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Auch für Privatversicherte sei eine Reisekrankenversicherung sinnvoll. So decken etwa nicht alle privaten Krankenversicherungen den Kranken-Rücktransport ins Heimatland ab. Darüber hinaus spart man sich mit einer solchen Police eine mögliche Selbstbeteiligung.
Auf den ersten Blick unterscheiden sich die diversen Policen auf dem Markt nicht deutlich. Genaues Hinschauen kann sich aber lohnen. So gibt es etwa Unterschiede dabei, wann der Versicherer den Rücktransport in die Heimat bezahlt. Bei manchen Anbietern muss der Rücktransport medizinisch notwendig sein, bei anderen genügt es, wenn er medizinisch vertretbar ist. Reiselustige sollten zudem darauf achten, wie lange einzelne Reisen laut Vertrag maximal dauern dürfen, damit der Versicherungsschutz greift, rät Weidenbach. Und: Sie sollten darauf schauen, wie lange die Nachsorgepflicht des Versicherers währt, wie lange dieser also auch nach Rückkehr des Versicherungsnehmers ins Heimatland noch Kosten übernimmt.

Für chronisch Kranke ist die Wahl der passenden Police komplizierter. Viele Reisekrankenversicherungen decken akute Gesundheitsprobleme im Rahmen chronischer Erkrankungen nicht ab. „In einigen Verträgen gibt es eine Klausel, die besagt, dass vorhersehbare Behandlungen ausgeschlossen sind“, sagt Timo Voss vom Bund der Versicherten. Wer etwa an Multipler Sklerose erkrankt ist und im Urlaub einen Schub erleidet, bekommt die Kosten für die Behandlung dann nicht erstattet. Manche Versicherer springen allerdings auch in diesem Fall ein, zumindest unter bestimmten Voraussetzungen: Etwa dann, wenn der Versicherungsnehmer mehrere Monate vor Reiseantritt wegen seiner chronischen Erkrankung nicht akut behandelt werden musste.
Wie bei vielen anderen Policen gilt auch bei der Reisekrankenversicherung: Je älter der Versicherungsnehmer ist, desto teurer wird es. „Die Mehrkosten halten sich aber in Grenzen“, sagt Voss. Urlauber fortgeschrittenen Alters sollten darauf achten, dass der Vertrag keine Altersgrenze vorgibt, rät er. Schlimmstenfalls sind Kunden sonst nicht versichert, weil sie zu alt sind – etwa, wenn sie im Urlaub ihren 65. Geburtstag gefeiert haben.

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