Handelsblatt testet
Wenn der Urlaub ins Wasser fällt

Wer kurz vor dem Urlaub die Reise storniert, bleibt meist auf den Gebühren sitzen. Davor sollen Reiserücktrittsversicherungen schützen. Das Analysehaus Franke und Bornberg hat für das Handelsblatt Angebote verglichen.

KölnIm Leben kommt es oft anders als man denkt. Das gilt auch für den Urlaub. Eine Reise kann noch so gut geplant sein: Wenn einer der Reisenden ernstlich krank wird,fällt der Traumurlaub ins Wasser.

Auch im Urlaub können Umstände auftreten, die Reisende dazu zwingen, früher als geplant nach Hause zurückzukehren. Eine geplatzte Reise sorgt nicht nur für Enttäuschung, sondern ist auch finanziell ein Ärgernis. Immerhin lassen sich Deutschen ihren Urlaub einiges kosten. Im Schnitt geben sie im laufenden Jahr 2.468 Euro für den Sommerurlaub aus, zeigt eine Studie des Reiseversicherers Europ Assistance.

Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherungen sollen den finanziellen Schaden abwehren. „Im Gegensatz zu einer Reisekrankenversicherung sind sie allerdings ein Kann, kein Muss“, sagt Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Tritt ein Schadensfall ein, ist man danach schließlich nicht finanziell ruiniert.“ Die Policen lohnen sich vor allem für Menschen, die sehr oft verreisen, teure Urlaube planen oder krankheitsanfällige Kinder haben.

Wird eine Reise storniert, verlangt der Veranstalter in der Regel Stornogebühren. Je kurzfristiger die Absage, desto höher fallen die Gebühren aus. Wer knapp vor der Abreise einen Rückzieher macht, bekommt meist gar kein Geld zurück. Auch bei Reiseabbruch bleiben Urlauber üblicherweise voll auf den Reisekosten sitzen. Wer gegen einen Reiserücktritt oder -abbruch versichert ist, bekommt die Stornokosten ersetzt – in der Regel abzüglich eines Selbstbehalts.

„Vor Abschluss einer Police sollte man in jedem Fall auf die Höhe des Selbstbehalts achten“, rät Grieble. Die Reiserücktrittversicherung wird häufiger abgeschlossen als die Reiseabbruchversicherung. Oft werden aber auch beide Versicherungen im Paket angeboten. Das ist durchaus sinnvoll, sagt der Verbraucherschützer.

Reiselustige sollten sich überlegen, ob sie nur eine einzige Reise absichern wollen oder mit einer Dauerpolice die Reisen eines gesamten Jahres. „Zwei Einzelpolicen sind teurer als eine Jahrespolice“, sagt Versicherungsmakler Sascha Bauer aus dem hessischen Gelnhausen. Wer im Jahresverlauf mehrere Urlaube plant, ist mit einer Dauerpolice also besser bedient.

Wenn man sie nicht rechtzeitig kündigt, verlängert sie sich allerdings wie die meisten Versicherungen automatisch um ein weiteres Jahr. Klug ist es, die Versicherung nicht direkt im Reisebüro abzuschließen. Viele Reisebüros bieten zwar zusätzlich zur Urlaubsbuchung eine Reiserücktritt- oder Reiseabbruchversicherung an. Diese Policen sind nach Einschätzung von Experten aber in der Regel zu teuer. Außerdem bleibt im Reisebüro oft keine Zeit, die Konditionen genau zu prüfen.

Häufig ist eine Krankheit der Grund dafür, dass Reisewillige ihren Urlaub absagen müssen. Es kommt aber auch vor, dass jemand etwa wegen eines neuen Jobs eine lang geplante Reise nicht antreten kann. Auch in diesem Fall springen Versicherer ein. Wird eine Reise abgebrochen, liegt das ebenfalls oft an einer akuten Erkrankung.

Aber auch ein Todesfall daheim kann Urlauber dazu zwingen, vorzeitig nach Hause zurückzukehren. Oder auch plötzliche Schäden am Haus, etwa durch Sturm oder Überschwemmung. In diesem Fall erstattet der Versicherer oft nicht nur die Kosten für Reiseleistungen, die nicht mehr in Anspruch genommen wurden. Er kümmert sich auch um die Umbuchung der Rückflüge.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%