Handelsblatt testet: Wohngebäudeversicherung
Kein Haus ist eine Burg

Hausbesitzer sollten ihr Heim vor Schäden schützen, mindestens vor solchen aus Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Das Ratinghaus Franke und Bornberg hat für das Handelsblatt Angebote verglichen.

KölnRund ein halbes Jahr nach den verheerenden Unwettern in Teilen Deutschlands sind noch immer nicht alle Schäden behoben. In vielen Orten laufen nach wie vor Aufräum- und Restaurationsarbeiten. Im Mai und Juni ließ starker Regen vor allem im Süden und Westen des Landes Bäche und Flüsse anschwellen und verursachte schlimme Überschwemmungen.

Die Gemeinde Braunsbach in Baden-Württemberg wurde besonders heftig getroffen: Schlamm und Geröll wälzten sich durch die Straßen und rissen auf ihrem Weg alles mit sich fort. Häuser wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen, viele stürzten ein. Insgesamt verursachten die frühsommerlichen Sturmtiefs versicherte Schäden in Höhe von rund 1,2 Mrd. Euro, berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

„Elvira“, „Friederike“ und Co. ließen auch Diskussionen über eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden wieder aufflammen. Durch eine Versicherungspflicht für alle Hausbesitzer würde nach Ansicht der Befürworter das Risiko von Schäden durch Unwetter und andere Naturgewalten besser auf die Versichertengemeinschaft verteilt. Versicherer könnten keine Hausbesitzer ablehnen. Und: Die Beiträge für die Police, bisher in gefährdeten Gebieten oft sehr hoch, blieben bezahlbar.

„Elementarschäden sind ein existenzielles Risiko. Es muss Hausbesitzern finanziell ermöglicht werden, dieses Risiko abzusichern“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Der Versichererverband GDV sieht das anders: Er fürchtet, dass bei einer Pflichtversicherung die Prävention gegen Elementarschäden auf der Strecke bleibt. Am 17. November wollen die Justizminister der Länder auf ihrer Herbstkonferenz einmal mehr über das Thema beraten.

Hausbesitzer schließen in der Regel eine Wohngebäudeversicherung ab. Wer sein Eigenheim per Kredit finanziert, kommt um eine solche Police kaum herum. „Banken erwarten bei der Kreditvergabe, dass sich Hausbesitzer um Versicherungsschutz kümmern“, sagt Boss. Auch ohne Kreditfinanzierung sei eine Wohngebäudepolice sinnvoll: „Sie gehört zu den existenziellen Versicherungen.“ Schäden am Haus lassen sich nicht aus der Kaffeekasse bezahlen. Welche Risiken abgesichert sind, variiert je nach Anbieter und Tarif. Probleme durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel sollten auf jeden Fall berücksichtigt sein, rät Boss. Bei vielen Wohngebäude-Policen sind Schäden durch Naturgewalten allerdings nicht abgesichert. Das führt immer wieder zu Ärger zwischen Versicherern und Kunden.

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