Hinterbliebenen-Versorgung
Witwenrente auch nach kurzer Ehe

Finanzbeamte wittern manches Mal einen Missbrauch, wenn Paare nach einer diagnostizierten Krankheit noch schnell heiraten. Dass dies in einigen Fällen eine nicht zulässige Unterstellung sein kann, zeigt ein aktuelles Urteil.

Ein Beamter starb 24 Tage nach der Hochzeit an Lungenkrebs. Der Fiskus strich seiner Frau daraufhin die Witwenrente: Würden Beamte binnen eines Jahres nach der Hochzeit an einer bereits vorher diagnostizierten Krankheit sterben, sei davon auszugehen, das Paar habe mit der Heirat vor allem die üppigen staatlichen Versorgungsansprüche sichern wollen.

Das könne man so pauschal nicht sagen, rügte das Verwaltungsgericht Koblenz (6 K 1937/06). In diesem Fall stehe der Frau die Hinterbliebenenversorgung zu, weil "die Eheschließung nicht in erster Linie vom Versorgungsgedanken bestimmt war". Schließlich seien die beiden vor der Heirat zehn Jahre ein Paar gewesen, die Hochzeit habe sich immer wieder verschoben. Nach der Krebsdiagnose sei es der Wunsch beider gewesen, ihre Liebe endlich zu dokumentieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%