In die Jahre gekommen
Warum der Weltspartag out ist

Trotz 80. Geburtstag will niemand den Weltspartag feiern. Die Banken verkaufen lieber Fonds.

HB FRANKFURT. "Ich habe manchmal das Gefühl, in Deutschland gibt es inzwischen 365 Weltspartage.“ Hermann Franzen, Präsident des Einzelhandelsverbandes HDE, bringt es auf den Punkt. Sparen ist in, der Weltspartag dagegen ist out.

Mit gut 151 Millionen Euro haben die Bundesbürger zwar drei Prozent mehr auf die hohe Kante gelegt als im Vorjahr. Dass sich der internationale Tag des Sparens am Freitag zum 80. Mal jährt, scheint dagegen kaum noch jemanden zu interessieren.

„Der Weltspartag hat auch für uns keinen besonderen Stellenwert mehr“, sagt Detlef Pratsch vom Vertriebsmanagement der Frankfurter Sparkassen. Vorbei die Zeit, als die Kinder am Weltspartag in Scharen die Banken stürmten, um den Inhalt ihrer Sparschweine auf ihr Konto einzuzahlen. Als Dank dafür gab es dann immer kleine Geschenke für die Nachwuchs-Sparer.

Doch diesmal gucken sie in die Röhre. Trotz Spartag-Jubiläum hat das Sparschwein ausgedient: „Wir bieten den Kunden ausgewählte Fonds an“, erklärt Pratsch die Aktion seiner Bank. „Der Ausgabepreis wird bis zu 50 Prozent reduziert.“ Die Bundesbank erwartet vom Weltspartag keine großen Impulse mehr. „Die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust und ein Gefühl der Unsicherheit lassen die Bundesbürger weniger konsumieren.“ Dennoch: Alle Sparer können noch bis Freitagnachmittag Euromünzen lose und unsortiert in Banknoten umtauschen. Als Bonus bietet die Zentralbank an, das Geld aufs Konto zu überweisen – kostenlos.

Erfunden wurde der Weltspartag übrigens 1924 auf einem internationalen Kongress in Mailand. Teilnehmer aus 29 Länder wolltem dem Sparen eine Bedeutung geben.

Quelle: News Frankfurt

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