Internet-Beratung Versicherungsportale in der Kritik

Versicherer, Internetspezialisten und Verbraucherschützer warnen vor Versicherungsvergleichen im Netz. Die Ergebnisse seien oft unvollständig oder von reinen Umsatzinteressen getrieben. Besonders der Marktführer steht in der Kritik.
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Der Branchenführer Check24 wird von Verbraucherschützern kritisiert. Quelle: Screenshot

Der Branchenführer Check24 wird von Verbraucherschützern kritisiert.

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FRANKFURT. "Viele Rechner sind intransparent und können nicht kontrolliert werden", sagt Verbraucherschützer Peter Grieble aus Stuttgart. Die Ergebnisse seien oft unvollständig oder von Umsatzinteressen getrieben, kritisieren Insider. Den Kunden sei nicht bewusst, dass sie mit Maklern zu tun hätten, die systematisch Adressen sammelten und Provisionen für Vertragsabschlüsse erhielten.

Besonders scharf ist die Kritik an dem Branchenführer Check24. Ein Sprecher des größten Autoversicherers, der Huk-Coburg, sagte: "Check24 hat fast ein Monopol, vereinigt viel Marktmacht und gibt keinen vernünftigen Marktüberblick für Kunden." Huk-Coburg wird vom Vergleichsrechner Check24 in der Autoversicherung nicht gelistet, obwohl das Unternehmen seit Jahren niedrige Preise bei Kfz-Policen anbietet. Die Internetfirma Check24 wollte sich trotz mehrerer Nachfragen dazu nicht äußern.

Unterstützt wird die Kritik auch aus der Internetbranche selbst. "Eine Reihe von Versicherern will die Preistreiberei bei den Provisionen stoppen", weiß Wolfgang Schütz, Vorstand des Internetvergleichsportals Aspect Online. Es störe viele Versicherer, dass manche Portale die Höhe der Provisionen diktieren könnten. Nach dem Motto: "Entweder zahlt der Versicherer die verlangte Provision oder er wird aus dem Vergleichsrechner genommen." Bei Aspect Online bringt die Vermittlung einer Police im Schnitt 75 Euro, anderswo würden zum Teil mehr als 100 Euro Provision verlangt.

Tester von Vergleichsrechnern wie die Aha.de Internet GmbH werfen Check24 vor, Internetnutzer etwas vorzugaukeln - auch durch "Schummelei" mit Testsiegeln. Verbraucher würden durch konkurrierende Angaben verwirrt. Auch wenn dies rechtlich in Ordnung sei, ärgerlich sei es doch. Viele Verbraucher würden sich nicht näher mit der Qualität der Testsiegel beschäftigen. Sie würden einfach davon ausgehen, beim besten Portal gelandet zu sein, sagt eine Sprecherin der Aha.de Internet GmbH.

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