Interview zur großen Flut
„Die Zahl der Unwetter wird steigen“

Die aktuelle Flut kommt für Versicherungsprofis nicht überraschend. Ernst Rauch von Munich Re erklärt, warum es bald mehr Unwetter geben wird, wie sich Versicherte schützen und warum Hochwasserschäden so teuer sind.
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Herr Rauch, wenn Sie die Bilder von den reißenden Fluten sehen, die viele Städte unter Wasser setzen, sind Sie dann schockiert?
Natürlich machen mich die Bilder betroffen, auch wenn der Umgang mit Schäden ja unser Geschäft ist. Es geht aber ja nicht nur um Sachschäden, die immer ausgeglichen werden können, sondern um menschliche Schicksale. Als langjähriger Mitarbeiter eines Versicherers überrascht mich die Flut aber nicht.

War die Flut etwa vorhersehbar?
Solche Naturkatastrophen lassen sich nicht konkret vorhersagen. Die Zahl und Schadenhöhe von Überschwemmungsereignissen wächst aber seit Jahrzehnten tendenziell an. Seit den 80èr-Jahren stieg die Anzahl ijn Deutschland wie weltweit bis heute etwa um den Faktor zwei bis drei.

Droht uns aktuell eine Jahrhundertflut?
Das lässt sich jetzt noch nicht sagen. Die Scheitelspitzen sind zum Teil noch nicht erreicht. Noch ist unklar, wie hoch das Wasser steigt, ob Dämme brechen, selbst wenn sich das Wasser zurückzieht. Diese Informationen sind entscheidend, um die möglichen Schäden zu schätzen. Wir müssen abwarten, das kann noch Wochen dauern.

Ist das Hochwasser vergleichbar mit der Jahrhundertflut im Jahr 2002?
Auch damals gab es eine sogenannte Vb-Wetterlage. Ein stabiles Tiefdruckgebiet in großer Höhe bleibt mit seinem Zentrum ortsfest über dem Osten Deutschlands oder den östlichen Nachbarländern. Es rotiert gegen den Uhrzeigersinn und schaufelt feuchtwarme Luft aus der Adria oder Osteuropa nach Deutschland. An den Alpen und Mittelgebirgen kann das im Staubereich zu lang anhaltenden Regenfällen führen.

Kommentare zu " Interview zur großen Flut: „Die Zahl der Unwetter wird steigen“"

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  • Das sieht der Deutsche Wetterdienst jedoch irgendwie ganz anders:

    „Bei extremen Wetterereignissen sind in Deutschland hingegen bisher keine signifikanten Trends zu beobachten gewesen. Auch solche Ereignisse wie die Hochwassersituation 2002 gehören zum normalen Repertoire unseres Klimas.”

    Auch sollte ein solcher Artikel den Interessenskonflikt der MR offenbaren. Der Konzern profitiert von der Prognose hoher Schaeden, wenn diese dann nicht eintreten.

    Zum dritten halte ich es in gleichem Zusammenhang fuer einen Skandal, dass die Bundesregierung MR Angestellte als Fuehrungsautoren zum Weltklimarat IPCC entsandt hat.

  • @HofmannM
    Sie neigen zu Übertreibungen. Wer hat denn Kohlenstoffdioxid verteufelt? Kohlenstoffdioxid in ausgewogener Konzentration gehört zum Kreislauf des Lebens, so wie der Sauerstoff und andere wesentliche Elemente ebenso dazu gehören. Das Kohlenstoffdioxid allerdings auch tödlich sein kann, gehört ebenso zur Wahrheit dazu. Ab etwa 15 Volumenprozent wird es kritisch für uns Menschen. Des Weiteren gehört zur Wahrheit, dass Kohlenstoffdioxid (neben Kohlendioxid auch z.B. Methan oder Ozon) durch seinen Treibhauseffekt dazu beiträgt, dass auf der Erde in großen Teilen wohlige Temperaturen vorherrschen, ohne diesen Effekt würden unsere Temperaturen etwa im Bereich des Gefrierpunktes liegen. Wenn also dieser Effekt dazu beiträgt das unsere Temperaturen in einem für uns angenehmen Bereich liegen, dann ist es nur folgerichtig und logisch das eine spürbare Erhöhung der Konzentration, auch eine entsprechende Auswirkung haben wird. Heute geht man davon aus das Kohlenstoffdioxid einen Anteil von ca. 15-20% an dem Treibhauseffekt hat.

  • Gott Lob gibt es noch die strahlungsfreie Atomenergie und die Nullemissionskohlekraftwerke, sonst wären wir ja ganz verloren und dem Untergang geweiht. Lasst uns alle mit einem tiefen Glaubensbekenntnis auf die Knie fallen und beten, das es nie geschehen möge das wir unserer Energie überwiegend aus solch gotteslästerlichen Formen wie Wind und Sonne gewinnen mögen, Amen.

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