Karneval: Sicher durch die jecken Tage

Karneval
Sicher durch die jecken Tage

Fliegende Kamellen, kaputte Glasflaschen oder unsichtbare Gifte: Im Karneval lauern mehr Gefahren als gedacht. Welche Versicherungen Jecke brauchen und worauf sie bei der Wahl des Kostüms achten sollten.
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DüsseldorfHeute schon eine Krawatte abgeschnitten? „Das gehört zur Altweiberfastnacht, doch nicht unbedingt ins Büro“, warnt der Versicherer Aachen Münchener. Frauen müssten beim Halbieren der Chef-Krawatte sogar mit Strafen rechnen. In Bayern oder Schleswig-Holstein sollten sie daher besser die Finger vom Schlips lassen. Denn, und das lässt Männer aufhorchen: Grundsätzlich ist das Krawattenabschneiden eine strafbare Sachbeschädigung – es sei denn: Der Träger der Krawatte stimmt dem Schnitt zu. 

Das dürfte jedenfalls im Rheinland heute meistens der Fall sein. Schließlich wissen die Männer in der Region: Wer heute einen Schlips anzieht, der muss an jeder Ecke mit Scheren rechnen. 

Eine gekürzte Krawatte ist aber bei weitem nicht die einzige Gefahr, die in den nächsten Tagen auf den Straßen oder im Büro lauert. 

Die fünfte Jahreszeit führt zum Beispiel nicht automatisch zu einer Ausnahmesituation am Arbeitsplatz. Enthalte der Arbeitsvertrag oder die Betriebsvereinbarung Kleidungsvorschriften, sind diese zu beachten. „Ob auf die ‚tollen Tage’ im Büro angestoßen werden darf und ob Kostüme erlaubt sind, bestimmt der Chef. Wer gegen die Regeln verstößt, riskiert eine Abmahnung, im Wiederholungsfalle sogar die Kündigung“, warnt Rechtsanwältin Pamela Klein von der Roland Rechtsschutzversicherung.

Auch der Besuch eines Karnevalsumzugs könne böse Überraschungen nach sich ziehen, warnt der Versicherer Aachen Münchener weiter. Denn Veranstalter müssen nicht für jeden Schaden geradestehen. Wer im Karneval feiert, muss damit rechnen, dass etwas auf dem Boden liegt, auf dem man ausrutschen kann. So entschied etwa das Oberlandesgericht Köln und lehnte die Klage eines Geschädigten ab (Aktenzeichen 19 U 7/02). Auch mit fliegenden Süßigkeiten oder lauter Musik müssen Jecke rechnen. Wenn Feiernde also getroffen werden, hilft kein Klagen mehr. Die Gerichte sind da unerbittlich, etwa das Landgericht Trier (Aktenzeichen 1 S 159/94) oder das Amtsgericht Aachen (Aktenzeichen 13 C 250/05).

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