Kfz-Versicherung im Test
Günstiger geht’s fast immer

Autobesitzer können bis zum 30. November in eine günstigere Kfz-Versicherung wechseln. Eine Analyse von Franke und Bornberg für das Handelsblatt zeigt, welche Anbieter das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
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KölnIn Hamburg gibt es die meisten Autounfälle. Bayern fahren die teuersten Autos. Autokäufer im Saarland sind am sparsamsten. Wenn Vergleichsportale wie Verivox und Check24 ihre Nutzer mit derartigen Trivia bombardieren, wissen Autofahrer: die Wechselsaison ist in vollem Gange. Bis zum 30. November können Autobesitzer ihre Kfz-Versicherung kündigen und für das kommende Jahr zu einem anderen Anbieter wechseln.

Ein Anbieterwechsel lohnt sich in der Tat häufig. So kann etwa ein junges Paar bis zu 838 Euro pro Jahr sparen, haben Experten von Check24 errechnet. Das entspricht einer Ersparnis von 59 Prozent. Für einen Fahranfänger kann die Einsparung noch höher ausfallen: Nach einem Wechsel vom teuersten Tarif in eines der günstigsten Angebote zahlt er bis zu 2328 Euro oder 71 Prozent weniger. Autobesitzer können mit einem Wechsel der Kfz-Versicherung im Schnitt rund 30 Prozent sparen, haben Tarifexperten von Verivox ausgerechnet.

Günstige Angebote bei der Kfz-Versicherung werden für Autobesitzer immer interessanter, denn der allgemeine Preistrend geht nach oben. Im kommenden Jahr dürften die Durchschnittspreise für die Kfz-Haftpflichtversicherung um ein bis zwei Prozent steigen, prognostizierte Andreas Kelb, Autoexperte beim Rückversicherer Hannover Rück, auf einer Branchenkonferenz in Baden-Baden im Oktober. In der Kaskoversicherung werde es voraussichtlich noch teurer. Die Gründe für den Aufwärtstrend sind vielfältig. Einer der wichtigsten ist, dass Schäden immer teurer werden. Wer etwa heute eine Stoßstange demoliert, zerstört nicht nur ein bisschen Kunststoff, sondern oft die Rückfahrkamera gleich mit.

Gerade Autobesitzer, die lange nicht mehr den Kfz-Versicherer gewechselt haben, sollten die Konditionen ihrer Police überprüfen, rät Philipp Opfermann, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Der Markt ist heiß umkämpft, viele Anbieter werben mit Kampfpreisen um neue Kunden“, sagt er.

Alte Verträge schneiden im Vergleich zu aktuellen Angeboten oft besonders schlecht ab. Auch wenn sich die persönlichen Lebensumstände verändert haben, kann es gute Argumente für einen Wechsel geben. Trotzdem hat rund ein Drittel der deutschen Autobesitzer überhaupt noch nie die Kfz-Versicherung gewechselt, zeigt eine Umfrage des Portals Finanztip aus dem laufenden Jahr.

Wer sich nach einem neuen Anbieter umschaut, sollte nicht nur den Preis im Blick haben. „Man muss auch auf das Kleingedruckte achten“, mahnt Opfermann. Welche Leistungen besonders wichtig sind, hängt zwar stark vom Einzelfall ab. So sollten etwa Neuwagenbesitzer darauf achten, dass Versicherer noch möglichst lange im Schadensfall mit dem Neupreis des Wagens rechnen.

Andere Klauseln sind für alle Kunden von Bedeutung. Eine Kfz-Police sollte zum Beispiel immer auch Schäden abdecken, die aus grober Fahrlässigkeit resultieren. Darüber hinaus sollten sich Versicherungsnehmer nie mit der gesetzlichen Mindestdeckung zufriedengeben, sondern auf eine möglichst hohe Versicherungssumme achten, sagt der Verbraucherschützer. Sein Rat: „In die Vollen gehen.“

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