Kfz-Versicherung im Vergleich
Die wilde Jagd nach der günstigsten Prämie

Noch bis Ende des Monats können Autofahrer ihre Kfz-Police kündigen. Eine Tarifanalyse zeigt ein Sparpotenzial im vierstelligen Euro-Bereich. Wie Versicherte leistungsstarke und günstige Policen finden.
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Der Machtkampf um den Internetvertrieb von Kfz-Policen ist eröffnet. „Es wird enger auf dem kleinen Trampelpfad Kfz, der Kampf um den Kunden wird stärker“, sagt Heinrich Blase, einer der Geschäftsführer des Vergleichsportals Check24. Der Grund für die Aufregung beim Marktführer: Das vormals vor allem für den Vergleich von Gas- und Stromtarifen bekannte Portal Verivox möchte nach der Übernahme der Vergleichsseite Transparo auch den Vertrieb für Autoversicherungen aufmischen.

Die Vermittlung von Policen im Internet ist lukrativ. Onlinemakler wie Check24 sollen nach Angaben von Branchenbeobachtern zwischen 80 und 100 Euro Provision für die Vermittlung einer Vollkasko-Police verlangen. Das wäre mehr als doppelt so viel wie üblicherweise ein Versicherungsmakler erhält. Und die Wechselbereitschaft in der Kfz-Versicherung ist groß. Nach einer Umfrage des Versicherers LVM möchte mindestens jeder Achte Autofahrer im Herbst seinen Versicherer wechseln.

Noch hat Check24 die Nase vorn. Nach einer Untersuchung der Universität Koblenz-Landau auf Basis von 600 Tarifberechnungen hat der Marktführer das bessere Angebot. „Im Vergleich zum Vorjahr fällt der große Abstand zwischen dem Testsieger Check24 und dem Zweitplatzierten auf“, erklärt Studienleiter Professor Harald von Kortzfleisch. „Dieser ist vor allem dadurch zu erklären, dass Verivox erst vor kurzem in den Markt eingetreten ist“.

Echte Sparfüchse suchen aber weder beim Marktführer noch beim ehrgeizigen Newcomer nach günstigeren oder leistungsstärkeren Policen. Denn Check24 bietet eine Auswahl von 253 Tarifen von 52 Versicherern. Verivox zählt rund 200 Tarife von 51 Versicherern.


Nicht nur die größere Datenbasis spricht für Nafi. Die Unternehmensberatung arbeitet unabhängig von den Vertriebsprovisionen der Versicherer. Check24 und Verivox werden als Versicherungsmakler für den Abschluss von den Gesellschaften bezahlt.

Für Handelsblatt Online ermittelte Nafi bei zehn verschiedenen Testfälle den jeweils günstigsten Tarif. In allen Vergleichen würden die Versicherten beim teuersten Anbieter für das avisierte Leistungsspektrum mehr als doppelt so viel zahlen, wie bei dem günstigsten Tarif (siehe Tarifvergleiche auf den folgenden Seiten). In einem Fall würde die teuerste Police sogar elfmal mehr kosten. „Es gibt enorme Preisunterschiede bei den Policen, ein Wechsel kann einige hundert oder sogar tausend Euro sparen“, sagt Ivana Höltring, Geschäftsführerin von Nafi. Mit dem Nafi-Vergleich auf Handelsblatt Online können Autofahrer die für das individuelle Leistungsspektrum günstigsten Policen ermitteln.



Nach Analysen von Marktbeobachtern bleiben die Prämien im Marktschnitt in diesem Jahr relativ konstant. Im Einzelfall können Tarife aber auch deutlich teurer werden. „Es lohnt sich die Kfz-Police jedes Jahr neu zu prüfen“, sagt Höltring. „Dabei sollten die Versicherten nicht nur nach der günstigsten Prämie suchen, sondern ein angemessenes Leistungsspektrum wählen“.

In der Haftpflicht sind Tarife mit Deckungssummen bei Personenschäden von mehr als acht Millionen Euro und bei Sachschäden von maximal hundert Millionen Euro empfehlenswert. Besitzer von teuren Neuwagen können in der Vollkasko eine Neupreisentschädigung vereinbaren.

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