Kfz-Versicherung
Welche Autofahrer mehr zahlen müssen

Die neuen Tarife für Autoversicherungen sind da. Die Branche hat für die Fahrer keine guten Nachrichten. Die Prämien steigen kräftig an. Wer tiefer in die Tasche greifen muss - und wie Versicherte sparen können.
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DüsseldorfDass auch in der Versicherungswirtschaft das Geld nicht wie Manna vom Himmel fällt, mussten einige Internetnutzer auf unangenehme Art und Weise lernen. Noch im Oktober vergangenen Jahres warb der Vermittler „Hier gibt's was geschenkt“ mit dem „ultimativen Wechselbonus“ für die Tarife des Direktversicherers Direct Line.

Der Termin war gut gesetzt, denn die meisten Versicherten können bis Ende November die Police kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln. Auch die Argumente waren eingängig. „Wir erstatten Euch ein Jahr lang 50 Prozent der Versicherungskosten“, schrieben die Macher der Internetseite. „Doch damit nicht genug: Die erste Tankfüllung schenken wir Euch oben drauf auch noch!“ Bei einer älteren Aktion sollten sogar hundert Prozent der Prämie erstatten werden.

Der Ausgleich sollte in sogenannten Coins erfolgen, einer Luftwährung im Internet, die Kunden gegen Waren wie Kameras, Handys oder Laptops eintauschen können. Kunden konnten damit vor allem Gutscheine bei Amazon erwerben. „Viele Kunden erhielten aber keine mehr und verloren damit die Gelegenheit einen guten Kauf zu machen“, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW. „Die Verträge bei der Versicherung laufen aber trotzdem weiter.“

Der Sprecher des Versicherers Robert Burkhardt erklärt, dass es kein Sonderkündigungsrecht oder eine anteilige Erstattung der Prämie für die angelockten Kunden gäbe: „Wir sind nicht glücklich mit der Partnerschaft und setzen uns für jeden Versicherten bei dem Anbieter ein.“

Spätestens seit diesem Vertriebsdilemma dürfte klar sein: Zu verschenken haben Autoversicherer nichts. Zwar stiegen die Prämien im vergangenen Jahr laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um 5,4 Prozent auf 22 Milliarden Euro. Trotzdem beträgt das versicherungstechnische Ergebnis laut GDV Minus 600 Millionen Euro. In 2011 lag das Minus noch bei 1,54 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die gesamte Schaden- und Unfall-Sparte liegt 1,9 Milliarden Euro im Plus.

Kommentare zu " Kfz-Versicherung: Welche Autofahrer mehr zahlen müssen"

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  • Das Ende der Fahnenstange ist erreicht ! Nach acht Jahren ruinösen Preischlachten haben sich die drei führenden Versicherer Allianz, HUK, VHV in seltender Einigkeit auf Fachveranstaltungen präsentiert und schonungslos offen Ihre Kfz Sparte dargestellt :

    ..so gehen von 100 % Beitragseinnahmen die Allianz mit 99,1 %, die HUK mit 98,3 % und die VHV immerhin noch 97,3 % Schadensausgaben nach Hause . Die "Überreste gehen für Verwaltung , Service und Courtagen auf ..womit zu benennen ist ,das die KfZ Sparte einer der aufwendigsten ,aber gleichzeitig schlecht bezahltesten Sparten für Vermittelr & Makler ist ! Im Schnitt liegt die brutto Abschlussprovision bei 12-25,-€ , der Aufwand bis hin zum Schadensbearbeitung bei 45- 105,-€ !

    Seit Anfang 2005 sind die Einreichungen von Glasschäden (Repratur ohne SB !) um 77 % gestiegen (!) Car Class , einer der führenden Gesellschaften für diese Reparturen konnte dadurch vier Mal im Folge sein Jahresumsatzergebins nach oben korrigieren !

    Die Technik ums Auto herum ,die rasante Vermehrung von Kleinwagen mit hohen PS Zahlen lassen mal den Schadensbedingten Ausbau eines Scheinwerfers schlappe 950,-€ kosten ( Beispiel Citroen) weil das ganze System vorne abgebaut werden muss oder mal die Mama mit Ihrem kleinen Innercity Flitzer vergessen , das der Abstand zum Vordermann bei 134 PS schneller "überfahren" ist als gedacht , bevor man bremst ..die Grossschäden von Senioren ,die im Durchschnitt nicht unter gehobene Mittelklasse ab 20 000,- € fahren, ist um 43 % gestiegen!

    ...man könnte hier noch zig andere Gründe aufführen , nur hört das weder der Kunde gern , noch hängen Versicherer auf Grund der Angst Kunden zu verlieren dies an die große Glocke !

    Nicht alles ist immer der Vermittler ,Makler schuld oder die Versicherer , vieles hatte auch mit "Billiger ist besser " Mentalitäten zu tun und "das macht meine KfZ fast umsonst" Gesprächen unter Arbeitskollegen !

    ..aber irgendwann ist eben auch Ende der Fangenstange !

  • Höhere Preise bei Versicherungen resultieren doch aus der Selbstbedienungsmentalität der Hersteller. Wenn Kleinwagen für 10-12.000€ Neupreis verkauft werden, und der Frontschaden beim Auffahrunfall gleich 6000€ kostet, dann freut sich der Kaskoversicherer. Bei kleineren Dellen bei älteren Autos wird auch nicht zu Smart-Repair geraten, da wird sofort der komplette Kotflügel gewechselt und lackiert. Die Autohersteller holen sich also damit die Preisnachlässe beim Verkauf gleich doppelt wieder rein. Keinen interessierts und alle wundern sich das die Versicherungsbeiträge steigen. Da wird die Abtretungserklärung in der Werkstatt unterschrieben und nach dem Preis gar nicht erst gefragt. Also wen wundert es?? Mich nicht, wir sind alle selbst dabei und haben es in der Hand!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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