Krankenkassen
KKH-Allianz will Zusatzbeitrag abschaffen

Auch die elftgrößte Krankenkasse will wie die DAK im nächsten Jahr keine Beiträge mehr direkt bei ihren Mitgliedern erheben. Der Zusatzbeitrag wird in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zum Auslaufmodell.
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DüsseldorfDie beiden großen Krankenkassen mit Zusatzbeiträgen, KKH-Allianz und DAK, drängen mit aller Macht auf eine Abschaffung dieser Einnahmeform. Die KKH-Allianz habe in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Finanzüberschuss von 116 Millionen Euro erzielt. „Damit ist die Wahrscheinlichkeit weiter gestiegen, dass wir 2012 keinen Zusatzbeitrag benötigen“, sagte Vorstandschef Ingo Kailuweit dem Handelsblatt. Die KKH-Allianz ist die elftgrößte deutsche Krankenkasse mit rund 1,8 Millionen Versicherten.

Das ist ganz im Sinne von DAK-Chef Herbert Rebscher, der zuletzt mehrfach betonte, dass er seinen Zusatzbeitrag zum 1. April 2012 abschaffen will. Aus der Sicht der Aufsicht, des Bundesversicherungsamtes (BVA), ist dies allerdings noch nicht klar.

Dennoch intonierte Rebscher in der Zeitschrift „Versicherungswirtschaft“ nun sogar in einem Namensbeitrag bereits „Das Ende der Zusatzbeiträge“. Das Konzept habe ja noch nie richtig überzeugt, schreibt er. In seiner konkreten gesetzlichen Ausprägung sei es so oder so zum Scheitern verurteilt gewesen. „Deshalb ist sein gegenwärtiges Schicksal, was sich mit „sanft entschlafen“ am besten beschreiben lässt, wohl das Beste, was passieren konnte“, erklärte  Rebscher.

KKH-Allianz sowie DAK und der DAK-Fusionspartner BKK Gesundheit sind die größten Krankenkassen, die derzeit einen Zusatzbeitrag für rund 8,4 Millionen Versicherte erheben. Insgesamt sind mehr als 70 Millionen Menschen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geschützt. Daneben mussten nur noch einige kleinere Krankenkassen diesen ungeliebten Schritt gehen.

Da die Zusatzbeiträge von zumeist acht Euro je Monat direkt beim Kassenmitglied erhoben werden, sind sie deutlich spürbarer als der allgemeine Beitrag, der über den Arbeitgeber eingezogen wird. Die Folge: Krankenkassen mit Zusatzbeiträgen mussten Mitgliederverluste zwischen 10 und 50 Prozent verkraften. Das brachte einige in Existenznot. Bei City BKK und BKK Heilberufe führte dies sogar zur Schließung. Andere suchten ihr Heil in Fusionen, oft bevor die Erhebung eines Zusatzbeitrages notwendig wurde.

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KKH-Allianz will Zusatzbeitrag abschaffen

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  • Einfach nur gelogen, gerade die KKH-ALLIANZ droht ihren säumigen Mitgliedern sogar mit Lohnpfändungen und erhebt 3 Monats-Zusatzbeiträge als Kosten/ Mahngebühr ( 3x8 Euro ). Überhaupt leht die KKH-ALLIANZ so gut wie alle Zusatzleistungen ab, welche in vielen anderen Kassen ohne Wenn und Aber bezahlt werden. Wir, meine Frau und ich, werden auf jeden Fall diesen " Sauhaufen " verlassen, letztlich gibt es kundenfreundlichere und billigere Krankenkassen... RTL hat vor wenigen Monaten darüber berichtet, dass die KKH-ALLIANZ KOSTENFREI an diversen Schulen die Erstklässler auf Zahnerkrankungen und Sehfehler
    hat untersuchen lassen; allerdings NICHT OHNE finanziellen Hintergedanken. Wenige Tage nach diesen Untersuchungen haben Vertreter der KKH-ALLIANZ die Eltern der untersuchten Kinder aufgesucht und wollten, ja was wohl ?, den Eltern Versicherungen verkaufen !!!! FRECHHEIT hoch 10, aber das ist eben die hochgelobte KKH - ALLIANZ !!! Selbst schuld, wer bei diesem " Sauhaufen " länger Mitglied bleibt.

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