Krankenversicherung
Gesetzlich oder privat: Selbst entscheiden

In der großen Koalition wachsen die Bestrebungen, die gesetzlichen Kassen auf Kosten der privaten Krankenversicherung zu sanieren. Welche Versicherung ist jetzt noch zu empfehlen? Lohnt sich der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung überhaupt noch?
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Der Zahnarzt war so hilfsbereit – und jetzt so ein Ärger. Drei Kronen wollte der Dentist in Dieter Gordens Zahnreihen verblenden, "das klappt ohne Probleme". Die kamen erst, als es ums Geld ging: Gordens private Krankenversicherung hielt den Kostenvoranschlag des Zahnarztes für völlig überzogen, dabei hatte sie die letzten Inlays noch anstandslos gezahlt.

Der Dentist forderte den dreifachen Satz der üblichen Gebühren, berief sich auf nötigen Mehraufwand. Ohne Gegenwehr mochte sich Gorden nicht dem Nein der Kasse beugen und holte sich Rat bei Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucher-Zentrale Düsseldorf. Ihre Einschätzung: "Die Forderung des Zahnarztes liegt im Rahmen der Gebührenordnung, an sich muss das die Versicherung zahlen."

Bisher kannte Weidenbach vor allem Ärger mit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Doch inzwischen ziehen "die Privaten die Zügel an und zahlen nur noch, was sie müssen. Kulanz wird selten", sagt sie. Und immer mehr Privatpatienten fragen sich, ob sie richtig versichert sind. Was auf die Erste-Klasse-Kunden als Nächstes zukommt, interessiert auch die fünf Millionen freiwillig gesetzlich Versicherten. Sollen sie zu den Privaten überlaufen, ehe die Regierung die Spielregeln ändert? Gut möglich, dass mit der nächsten Stufe der Gesundheitsreform die bisherige Wechselgrenze von rund 3 930 Euro Brutto-Monatsverdienst weiter angehoben wird. Oder dass die Beiträge der Privatpatienten drastisch weiter steigen. Was also tun?

Lohnt sich der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) überhaupt noch? Die WirtschaftsWoche zeigt die Probleme, die mit einem solchen Wechsel verbunden sind und vergleicht die Beiträge für Singles sowie Familien. Aber auch, welches der beiden Systeme im Gesundheitssystem besser gerüstet ist für den demografischen Wandel – und welche Umwälzungen deshalb auf die Kunden beider Systeme zukommen.

Dutzende Vorschläge zur Gesundheitsreform werden derzeit in Berlin diskutiert: Privatversicherte sollen bis 100 Euro monatlich als "Gesundheitssoli" an die GKV zahlen, schlägt SPD-Mann Karl Lauterbach vor. Für die Gesetzlichen ist eine Steuerfinanzierung für die Gesundheitskosten der Kinder ebenso im Gespräch wie die Idee, künftig keine Zahnbehandlungen mehr zu bezahlen.

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