Krankenversicherung in den USA
Für eine Handvoll Dollar

In den USA startet eine Horrorvorstellung aller Datenschützer: Versicherte liefern persönliche Gesundheitsdaten in Echtzeit an den Krankenversicherer. Bei mangelnder Fitness können die Beiträge steigen.
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San FranciscoOscar will die Krankenversicherung in den USA umkrempeln. Das Start-up aus New York setzt dabei, wie kann es anders sein, auf Technologie, aber auch mehr Transparenz, Telemedizin - und Big Data. Wer ein Fitness-Armband trägt, der bekommt eine Prämie, wenn er das Unternehmen in die Daten schauen lässt und sein tägliches Bewegungsziel in Schritten erreicht hat.

Maximal 240 Dollar gibt es dann pro Jahr, aber nur als Geschenkgutschein von Amazon. Oscar behält sich dabei vor, die gesetzten Ziele für Aktivitäten eigenmächtig anzupassen. Also im Zweifelsfall anzuheben.

Üblich in den USA ist heute ein voreingestelltes Ziel von 10.000 Schritten pro Tag, was der Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde entspricht. Was langfristig mit der Versicherungsprämie passiert, wenn die Ziele nicht erreicht werden, darüber gibt es keine Aussagen. Doch denkbar ist eine ganze Menge. Die Datenbänder halten noch mehr an brisanten Informationen bereit.

Sie heißen Jawbone, Fitbit oder Microsoft Band. Auch Apples künftige „Watch“ wird eine Menge über die Lebensgewohnheiten seiner Träger speichern, so wie schon heute Motorolas Moto 360 und andere Smartwatches. Je nach Hersteller werden Schritte gezählt, der Schlafrhythmus verfolgt und der Herzschlag gemessen.

Traum und Ziel der Hersteller ist eine Messung des Blutzuckers ohne den lästigen Pikser zur Blutabnahme oder die Messung des Körperfetts. Und warum nicht auch ein Alkometer einbauen, das ein Versicherter einmal am Tag anhauchen muss, um seinen Alkoholspiegel mitzuteilen?

All das kann interessante Aufschlüsse über den Lebenswandel geben, ein wichtiges Gesundheitskriterium. Denn viele Krankheiten werden heute durch falsches Verhalten ausgelöst, zum Beispiel ungesundes Essen, zu wenig Bewegung, zu viel Alkohol oder ungenügender Schlaf. Je mehr solcher Informationen zur Verfügung stehen, umso genauer können die Versicherungen die Prämien in Zukunft den potenziellen Risiken anpassen, erwarten Branchenanalysten.

Statt einmal im Jahr auf Basis statistischer Gesamterhebungen ließen sich Prämien dann individuell monatlich oder täglich anpassen, wenn das Datenbild eine Verschlechterung oder Verbesserung des Risikoprofils andeutet.

Kommentare zu " Krankenversicherung in den USA: Für eine Handvoll Dollar"

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  • Sie greifen hier jeden Kommentator sehr persönlich mit vielen weit hergehol-ten Unterstellungen an. Dabei wiederholen Sie sich auch. Sind Sie so frus-triert?? Da hilft Sport! Ist für Sie aber sicher zu gesund….. Na, dann bleiben Sie mal schön vor dem PC und informieren Sie sich weiter gut darüber, wem Sie letztendlich auch noch die altbekannte Nazikeule drüberschwingen können. Damit kann man gut von der nicht vorhandenen Eigenverantwortung ablenken und seine Probleme der Allgemeinheit aufbürden, die dann sich dann nicht mal kritisch äußern soll und solidarisch für alle aufzukommen hat.

  • Na,Sie haben ihr Pseudonym auch mit Bedacht gewählt,wie?
    Schade,dass Sie nicht in einer machiavellistischen Gesellschaft leben müssen.Sowas kann sehr heilsam sein.
    Hier die Wikipedia Definition von Machiavellismus:
    "Machiavellismus wird oft als abwertende Beschreibung eines Verhaltens gebraucht, das zwar raffiniert ist, aber ohne ethische Einflüsse von Moral und Sittlichkeit die eigene Macht und das eigene Wohl als Ziel sieht. Sein Name wird daher heute häufig mit rücksichtsloser Machtpolitik unter Ausnutzung aller Mittel verbunden."Zitat

  • Und wenn ich kein solcher "Problemfall"wäre,dann müsste ich zwingend Ihrer selbstbezogenen Meinung sein,allein weil ich,so lange ich gesund bleibe,billiger fahre,wie?Schön einfach,wenn man Menschen über den Nutzen definiert.
    Ahnen Sie nicht schon,dass ihre Argumentation sich im Handumdrehen gegen Sie wenden könnte.Es gab schon mal in Deutschland eine Gesellschaftsordnung,die den Ausdruck"Volksschädling"kannte.Informieren Sie sich mal über den Teil der Geschichte.Sie werden überrascht sein,wohin diese Logik führte.Oder gehören Sie auch zu den Leuten,die die Beschäftigung damit zum Halse heraus hängt und trotzdem nichts begriffen haben?
    Es ist schon erschreckend,dass man in Foren von Wirtschaftsmagazinen immer wieder auf Kommentatoren trifft,die anstatt des Menschen schlicht ein Dollarzeichen sehen und mit allem überfordert sind,was darüber hinaus geht.

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