Krankenversicherung
Privatpatienten tappen in die Zinsfalle

Privatversicherte müssen mit höheren Beiträgen rechnen. Ihre Altersrückstellungen werden künftig niedriger verzinst. Millionen Kunden sind davon langfristig betroffen. Wer schwächelt und was den Versicherten droht.
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DüsseldorfDie Serie von Negativnachrichten für die private Krankenversicherung (PKV) reißt nicht ab. Nun wird der Leitzins der Branche wieder zum Thema für die Versicherten. Gemeint ist nicht der Leitzins der Europäischen Zentralbank, der die Sparer derzeit umtreibt, sondern der sogenannte Rechnungszins.

Mit diesem Satz werden die Altersrückstellungen verzinst, die in späteren Jahren den Beitragsanstieg in der PKV dämpfen sollen. Dieser Zins beträgt derzeit für die neun Millionen Altkunden 3,5 Prozent. Er ist damit viel höher als der Garantiezins der Lebensversicherung, der nur noch 1,75 Prozent beträgt.

Doch 18 Unternehmen reißen aktuell diese Marke – und das zum Teil erheblich, wie aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Harald Weinberg hervorgeht, die Handelsblatt Online vorliegt. Die von den Mathematikern der Deutschen Aktuarvereinigung ermittelten Werte lägen zwischen 2,86 Prozent und 3,48 Prozent, schreibt der parlamentarische Staatssekretär Hartmut Koschyk.

Das heißt: Diese 18 Krankenversicherer müssen den Rechnungszins in ihren Tarifen absenken. Die Folge davon sind höhere Beiträge, denn die Kunden sollen ja in gleicher Höhe wie bisher für niedrige Beiträge im Alter vorsorgen.

Die konkrete Höhe dieser Rücklage ist dabei von Tarif zu Tarif und Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.  Als Faustregel gilt für Verträge ab dem Jahr 2000: Mindestens zehn Prozent des monatlichen Beitrags, in der Regel aber mehr, sollten vom Versicherer in die Altersrückstellung wandern und dann mit dem jeweiligen Rechnungszins pro Jahr bedient werden.

Die Zinsprobleme der 18 Anbieter könnten sich für die betroffenen Kunden frühestens Anfang 2014 auswirken, erwartet das Finanzministerium. Wie stark am Ende in den jeweiligen Tarifen die Beiträge steigen, ist derzeit aber noch unklar. Dies kann von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich sein und hängt auch von der jeweiligen Finanzkraft des Unternehmens ab.

Kommentare zu " Krankenversicherung: Privatpatienten tappen in die Zinsfalle"

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  • Ich hatte mich auf hallogkv.de mit meiner email eingetragen. Die Antwortmail hat zwar etwas gedauert (scheint nicht automatisiert zu sein), aber der Informationsgehalt war hoch bis sehr hoch. Der Anbieter ist tatsächlich ein Versicherungsmakler, der mich anschließend per newsletter über Neuigkeiten zur GKV und PKV gleichermaßen informierte. Insgesamt sehr seriöser Auftritt, gute bis sehr gute KV-Informationen vor allem für die Älteren unter uns. Bislang kein Grund zur Beanstandung.

  • Dieses Gequatsche gewisser Parteien wie SPD ... mit Negativpunkten zu PKVs kann ich langsam nicht mehr hören. Sicherlich gibt es bessere und schlechtere PKVs und nicht jeder ist gleich gut in den PKVs aufgehoben. Ich bin seit mehr als 25 Jahren bei der Debeka (Vollversicherung da Angestellter)und bereue bis heute nicht diesen Schritt. In diesen 25 Jahren habe ich immer deutlich weniger KV-Beitrag bezahlt als im Vergleich zur gesetzlichen KV. Wenn ich diese 25 Jahre Ersparnis zusammenzähle, da kommt dann ein stattliches Sümmchen zusammen. Habe einige Kapitallebensversicherungen, die demnächst ausbezahlt werden. Wäre ich bei der GKV würde sich diese an diesen Geldern auch noch vergreifen und Krankenkassenbeiträge verlangen. Die PKV lässt mich in Ruhe. Die Ärzte verdienen an den PKV Patienten wesentlich mehr als an den GKV Patienten. Trotzdem sind die PKVs nicht alle pleite, obwohl sie mehr an die Ärzte zahlen müssen. Was sagt mir das: die PKVs können besser wirtschaften als die GKVs. Was glauben die Schlaumeier von der SPD und den Grünen eigentlich was passiert, wenn es die PKVs nicht mehr gibt und somit den Ärzten eine große Einnahmequelle wegfällt?
    Wer die Möglichkeit hat wird ins Ausland gehen, wo er mehr verdient. Nur die schlechten Ärzte bleiben dann noch in Deutschland.

  • Ich wäre da vorsichtig.

    Wenn man kurz recherchiert verbirgt sich ein Versicherungsmakler aus Potsdam dahinter.

    Ich denke mal, wenn Sie Ihre E-Mail Adresse angeben, wird er vermutlich versuchen gegen ein Honorar Ihre Private Krankenversicherung günstiger zu machen.

    Das können Sie über einen seriösen Vermittler Ihrer Gesellschaft auch kostenlos haben z.B.Wechsel in einen Tarif mit besserem Preis-Leistungsverhältnis, andere Selbstbeteiligung oder Leistungsinhalte etc.

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