Krankenversicherung
Sparen bleibt das oberste Gebot

Wer umfassend fürs Alter vorsorgen will, sollte über die Krankenversicherung hinaus sparen. Denn den perfekten Schutz vor steigenden Kosten oder sinkenden Leistungen im Alter gibt es nicht.

HB RÖSRATH. Keine Operationen für über 80-Jährige. Ehrbare Rentner überfallen für Arzneimittel Apotheken. Die kürzlich im ZDF ausgestrahlte dreiteilige Doku-Fiktion "2030 – Aufstand der Alten" zeichnete ein düsteres Bild unserer Zukunft. Die Botschaft war klar: "Aufgrund des demografischen Wandels mit mehr Alten und weniger Jungen tut eigene Vorsorge Not." Die gesetzlichen Kassen lavieren von einer Gesundheitsreform zur nächsten Krise: Basis ist das Umlageverfahren – also ein System, bei dem die jeweils aktuell arbeitende Bevölkerung das zu diesem Zeitpunkt Erforderliche für Krankheit und Rente erwirtschaften muss. Bei einer Altersverteilung, die sich von der "Pyramide" zur "Urne" wandelt, sind Mangel und hohe Preise absehbar.

Die privaten Krankenversicherungen sind aufgrund ihrer Kapitaldeckung zwar gegenüber dem demografischen Wandel resistenter als die gesetzlichen, unverwundbar sind aber auch sie nicht. Die Privaten arbeiten in der Vollversicherung mit Kapitaldeckung und nach dem Äquivalenzprinzip. Das heißt, hier richtet sich die Beitragshöhe nach den vereinbarten Leistungen, dem Alter, dem Geschlecht und dem Gesundheitszustand bei Antragsstellung. Die steigende Inanspruchnahme medizinischer Leistungen aufgrund des normalen Alterungsprozesses kalkulieren sie in ihren Produkten ein. Das tun sie mit den so genannten Alterungsrückstellungen.

Das hört sich gut an – hat aber nicht immer funktioniert. Daher hat der Gesetzgeber die Privaten seit 2000 zu einem zusätzlichen Alterungszuschlag von zehn Prozent verpflichtet. Beitragsstabilität bis ins hohe Alter garantiert das jedoch nicht. Die Versicherer dürfen nämlich ihre Prämien verteuern, um höhere Ausgaben für medizinische Leistungen (zum Beispiel wegen Inflation oder Fortschritt) auszugleichen. Nimmt die Lebenserwartung der aktuell Versicherten stärker zu als in den Tarifen berechnet, dürfen die Versicherer ebenfalls die Prämien anheben.

Beispiel Inflation: In der Vergangenheit war die Preissteigerung im Gesundheitswesen meist höher als für die übrige Lebenshaltung. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Die Gesundheitsreform belastet die Preisgestaltung der Privaten zusätzlich: Mit der Pflicht zu einem Basistarif zwingt sie die Privaten, bestimmte Personengruppen zu nicht kostendeckenden Preisen zu versichern. Die Defizite aus diesem Tarif werden auf alle Privatversicherten überwälzt – Beitragssteigerungen werden die Folge sein. Zudem hat der Gesetzgeber mit der Dreijahresfrist den Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung erschwert.

Fazit: Den perfekten Schutz vor steigenden Kosten oder sinkenden Leistungen im Alter gibt es also nicht. Wohl dem, der genug gespart hat.


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