Krankenversicherung: Union will Privatpatienten entlasten

Krankenversicherung
Union will Privatpatienten entlasten

Wer seine private Krankenversicherung wechselt, meint stets zu sparen. Doch die Provisionen für die kostspieligen Abwerbungen finden sich letztlich direkt in den Beiträgen wieder. Ein Gesetz soll Abhilfe verschaffen.
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FrankfurtFür Kunden der privaten Krankenversicherung (PKV) ist es eine geldwerte Nachricht: Die Union will übertriebene Provisionen an Vermittler und damit auch unnötige und für Versicherte teure Abwerbeaktionen unterbinden. Denn die Provisionen zahlen die Kunden letztlich mit ihren Beiträgen. Einen Gesetzesvorschlag haben die Abgeordneten Karin Maag und Jens Spahn schon formuliert. Die Begrenzung der Provisionsanreize könnte dazu führen, dass Privatpatienten künftig häufiger auf Anhieb eine für sie geeignete Versicherung erhalten.

Nach dem Willen der Politiker sollen PKV-Vermittler künftig höchstens zwölf Monatsbeiträge als Provision erhalten statt bisher bis zu 18. Zudem soll die Zahlung durch die Anbieter – wie in der Lebensversicherung – auf fünf Jahre gestreckt werden. Wenn Kunden künftig also schnell kündigen, verliert der Vermittler einen Teil seiner Provision.

Die FDP ziert sich zwar noch mitzuziehen, doch die Unionsleute sind zuversichtlich. Denn die bisherige Debatte habe gezeigt, dass es ohne ein neues Gesetz offenbar nicht geht. Die 47 privaten Krankenversicherer sind in der Frage übertriebener Provisionen gespalten. Dies zeigten auch die Reaktionen.

Eindeutig begrüßt wurde die Initiative nur von kostenbewussten Unternehmen, die wie Debeka oder SDK ohnehin weitgehend auf den Verkauf über freie Vermittler verzichten. Auch Marktführer DKV, eine Ergo-Tochter, freut sich, dass nun Abwerbungen innerhalb der PKV weniger werden könnten: Alleine könne die Branche das Problem nicht lösen. „Sowohl eine Ausweitung der Stornohaftung als auch eine Begrenzung der Abschlusskosten in der Kalkulationsverordnung wären unserer Meinung nach adäquate Mittel.“ Die Allianz äußerte sich auf Anfrage dagegen nicht. Der PKV-Verband erklärte halbherzig, er wolle die Initiative „kritisch“ und „konstruktiv“ begleiten.


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