Krankenversicherung
Zoll jagt säumige Zahler der Krankenkassen

Millionenfach zahlen gesetzlich Versicherte ihre Beiträge nicht. Immer öfter sitzt ihnen daher ein Zollbeamter im Nacken. Nichtzahler der privaten Versicherer müssen sich nur mit dem Gerichtsvollzieher auseinandersetzen.
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BerlinBeamte des Zolls treiben immer öfter Beiträge für die gesetzlichen Krankenkassen ein. Die Zahl entsprechender Fälle hat sich binnen eines Jahres um 300.000 deutlich erhöht. Rund 1,6 Millionen Fälle gingen im vergangenen Jahr insgesamt an die Hauptzollämter, teilte das Bundesfinanzministerium der Nachrichtenagentur dpa mit. Im Jahr 2010 waren es noch 1,3 Millionen Fälle. 

Bei der größten Krankenkasse, Barmer GEK, ging es dabei um rund 52.000 Mitglieder, die Rückstände von 227 Millionen Euro verursachten, erklärte ein Sprecher. Vor allem Selbstständige sind von dem Inkasso durch den Zoll betroffen. Denn deren Beiträge werden nicht automatisch vom Arbeitgeber eingezogen und an die Kassen weiter geleitet. 

Oft haben sich Restbeträge über Jahre hinweg aufgebaut. Doch auch bei der zweitgrößten Krankenkasse, der Techniker, geht es aktuell nur um 18.000 säumige Zahler, die der Kasse 30 Millionen Euro schulden und daher im Vollstreckungsverfahren stecken. Zusammen haben die beiden größten Krankenkassen rund 16 Millionen Versicherte.

Manch andere der rund 150 Krankenkassen ist stärker betroffen. Das hat unterschiedliche Gründe. Eine Rolle spielt noch der ungeliebte Zusatzbeitrag, der nur von einer Handvoll Instituten bei den Versicherten persönlich erhoben worden war. In diesem Jahr laufen zwar wegen höherer Einnahmen im System die meisten Zusatzbeiträge aus, doch in der Vergangenheit zahlten viele Betroffene diesen Beitrag von meist acht Euro im Monat nicht, wie die Kassen immer wieder klagten. 

Rückstände entstehen zudem, wenn ein Unternehmen insolvent wird und die Beiträge nicht mehr zahlen oder abführen kann. Dadurch kann eine Krankenkasse stärker als andere von Beitragsrückständen betroffen sein.

Um an ihr Geld zu kommen, helfen den Krankenkassen andere öffentliche Stellen. Der dem Finanzressort unterstehende Zoll ist als Inkassostelle des Bundes und anderer öffentlich-rechtlicher Einrichtungen dafür zuständig. „Die Zahlen lassen zumindest tendenziell den Schluss zu, dass die bundesunmittelbaren Krankenkassen vermehrt rückständige Beiträge zur Vollstreckung an die Hauptzollämter abgeben“, teilte ein Ministeriumssprecher mit.

Die gesetzliche Krankenversicherung mit rund 70 Millionen Versicherten hat Beitragsrückstände von 1,53 Milliarden Euro. Das sind jedoch nur 0,89 Prozent der Beiträge. Für den Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, ist dies ein „sensationell guter Wert, um den uns vermutlich jeder Mittelständler beneidet“. Von den rund neun Millionen Versicherten der privaten Krankenversicherung zahlen 144.000 Versicherte ihre Beiträge nicht. Dadurch ist ein Schaden von mehr als einer halben Milliarde Euro aufgelaufen.

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Viele Selbstständige zahlen Beiträge nicht

Kommentare zu " Krankenversicherung: Zoll jagt säumige Zahler der Krankenkassen"

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  • Die Regierung Angela Merkel hat alles getan, um das System zu penetrieren. Dass daraus Leichen folgen mussten, war absehbar. Dass der Zoll nun (angeblich) die Beitragsschuldner jagt, ist das ein Possenspiel.
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    Hier sind auch die Versicherer gefragt, eine sozialverträgliche Lösung zu finden und entsprechend kooperativ und mit Bedacht zu agieren. Immerhin, haben bestimmte Versicherer ( AXA, Allianz, Hallesche, ) ja breitbandig an fragwürdige Vermittlerfirmen wie MEA (Göger!!!) Höchstprovisionen ausgereicht um gierige Nichtsblicker dazu zu bewegen, unbedarfte Menschen schlecht beraten an die Angel zu kriegen. Das System wurde hier regelrecht gegen den Interessenten gerichtet!
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    Also liebe Vorstände, bringt euren gierigen Problemberg in Ordnung oder gesteht euch ein mit welchen Mitteln ihr in einen fragwürdigen Wettbewerb eingetreten seid, der zwangsläufig viele Opfer forderte...
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    Übrigens ist das Schlamassel natürlich Öl ins Feuer für die Gesetzlichen KV mit Ersatz-KV's spätestens die AOK und die TKK werden das natürlich versuchen weiter auszuschlachten.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ja,aber es lohnt sich doch so phantastisch die vielen,vielen Kleinen zu schröpfen,da die sich nur selten überhaupt wehren können und ihre Möglichkeiten und Rechte nicht kennen.Sie könnten keine Kriege führen,keine Banken retten,keine Millionen an Manager bezahlen,wenn die Kleinen endlich aufwachten.

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