Krankenversicherungen: Kassen können Arbeitnehmer bald stärker belasten

Krankenversicherungen
Kassen können Arbeitnehmer bald stärker belasten

Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberanteil an Krankenversicherungsabgaben sollen auf gleichem Niveau fixiert werden, doch auf Arbeitnehmer könnten bald versteckte Zusatzkosten warten: Die Kassen bekommen Beitragsfreiheit.
  • 4

DüsseldorfDie Krankenkassen in Deutschland können einem Zeitungsbericht zufolge ab dem 1. Januar 2015 die Höhe ihres Beitragssatzes wieder selbst bestimmen. Ein entsprechendes Gesetz von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) solle Anfang Juli in Kraft treten und zum 1. Januar 2015 wirksam werden, berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Koalitionskreise. Damit sollten auch die pauschalen Zusatzbeiträge entfallen, heißt es weiter.

Der Beitragssatz für Arbeitgeber soll dem Bericht zufolge bei 7,3 Prozent dauerhaft festgeschrieben werden. Auch die Arbeitnehmer sollen fest 7,3 Prozent zahlen. Der bereits heute allein von den Arbeitnehmern finanzierte Anteil von 0,9 Prozent am Beitragssatz solle jedoch flexibler Teil eines neuen Zusatzbeitrages werden, schreibt die „Rheinische Post“. Die Kassen könnten nach eigener Finanzlage entscheiden, ob sie diesen erhöhen oder senken.

„Wichtig ist, dass der Arbeitgeberanteil festgeschrieben bleibt. damit bleiben auch die Lohnnebenkosten stabil“, sagte CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn der Zeitung. Zugleich gebe es weiterhin Wettbewerb zwischen den verschiedenen Kassen. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach betonte: „Die kleine Kopfpauschale war eine besondere Belastung für Rentner und Geringverdiener.“ Mit der Gesetzesänderung sei die Debatte um eine Kopfpauschale „für immer“ beendet.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Krankenversicherungen: Kassen können Arbeitnehmer bald stärker belasten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die
    R e n t n e r sind davon betroffen. Aber die zählen ja nicht in unserer Gesellschaft.
    Beamte und Angestellte der Krankenkassen sind auch ausgenommen, so wie Privatversicherte z. B. Redakteure, Fernsehmoderatoren, freie Mitarbeiter usw. also auch die
    "armen Verdiener" unseres Systems.

  • Sehr schön!
    --------
    Dann gibt es ab 2015 wieder das Kassenhopping.
    Der günstigste Anbieter gewinnt.
    Und die Arbeitgeber werden - natürlich - von den Zusatzkosten ausgenommen.
    Die Kassen müssen ja - das ist gesetzlich vorgeschrieben - nahezu gleiche Leistungen anbieten. Nur bei Extraleistungen unterscheiden sie sich.
    Als Arbeitnehmer kann man so bis zu hundert Euro pro Monat sparen.

  • „Wichtig ist, dass der Arbeitgeberanteil festgeschrieben bleibt."
    Da bin ich aber beruhigt, ich dachte schon unsere Arbeitgeber würden unverhältnismäßig zu Kasse gebeten und das geht ja gar nicht. Sollen doch die Arbeitnehmer allein dem Erhöhungswahn der Krankenkassen ausgeliefert sein. Die Abschaffung des gleichen Beitragssatzes für alle Krankenkassen hingegen finde ich keine schlechte Idee, dann haben wir wenigstens wieder Wettbewerb (wenn auch sicherlich durch Preisabsprachen und ein korruptes Gesundheitssystem im Allgemeinen eingeschränkt).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%