Krankenzusatzversicherung
Gesundheitsschutz mit großen Unterschieden

Krankenzusatzversicherungen springen ein, wenn die gesetzliche Krankenversicherung nicht greift. Die Policen sind nicht immer sinnvoll. Eine Untersuchung von Franke und Bornberg zeigt: Preis und Leistung variieren stark.

KölnDie private Krankenversicherung hat schon einmal bessere Tage gesehen. Die Zahl der privat Versicherten sinkt. Anders sieht es bei den Krankenzusatzversicherungen aus: Hier kann sich die Assekuranz über Zuwachs freuen. Im Jahr 2005 hatten rund 17 Millionen Deutsche eine private Zusatzversicherung abgeschlossen. Im Jahr 2015 waren es bereits 24,8 Millionen, zeigen Zahlen des Verbands der Privaten Krankenversicherung. Viele Krankenversicherer verzeichnen mittlerweile nur noch bei Zusatzversicherungen überhaupt ein Wachstum.

Krankenzusatzversicherungen ergänzen die Basisleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Verbraucher können Policen für bestimmte Hilfsmittel oder Leistungen abschließen. Sogenannte ambulante Zusatzversicherungen umfassen unter anderem Zuzahlungen für Kontaktlinsen, Reiseschutzimpfungen oder heilpraktische Behandlungen. Stationäre Policen greifen bei Krankenhausaufenthalten, garantieren etwa ein Einzelzimmer und die Behandlung durch den Chefarzt. Zahnzusatzversicherungen kommen zum Tragen, wenn ein Implantat oder eine Zahnkrone nötig ist.

Es sei grundsätzlich nachvollziehbar, dass immer mehr Menschen eine Krankenzusatzversicherung abschließen, sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Sie haben Angst, zu viel aus eigener Tasche zahlen zu müssen“. Die Policen seien allerdings nicht für jeden sinnvoll. Vor allem die stationäre Zusatzversicherung rechne sich meist nicht. Die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, wenn jemand unbedingt im Einzelzimmer liegen möchte, kann er die nötige Zuzahlung also auch selbst leisten, ohne sich zu ruinieren. Und Chefärzte sind nicht die einzigen fähigen Mediziner im Krankenhaus und zudem häufig überarbeitet. Ambulante Zusatzversicherungen können öfters sinnvoll sein, Versicherungsnehmer müssen aber genau hinschauen. „Ambulante Tarife bieten ein Sammelsurium an Leistungen und lassen sich schwer vergleichen“, sagt Weidenbach.

Extra-Schutz für die Zähne

Am wenigsten umstritten ist die Zahnzusatzversicherung. Zahnbehandlungen können schnell ins Geld gehen, denn die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt oft nicht die vollen Kosten. Auch hier sollten Verbraucher die unterschiedlichen Tarife sorgfältig prüfen, rät Weidenbach – und auf die Formulierung achten. Ein Beispiel: „Manche Versicherer übernehmen 40 Prozent der Restkosten, andere übernehmen 40 Prozent des gesamten Rechnungsbetrags.“ Ihrer Einschätzung lohnen sich die Policen vor allem für Menschen, die Wert auf besonders hochwertigen Zahnersatz legen.

Das Ratinghaus Franke und Bornberg hat ambulante, stationäre und Zahnzusatztarife unter die Lupe genommen. Die Analysten haben untersucht, welche Leistungen die Policen bieten und was sie kosten. Dabei haben sie sich nicht nur die monatlichen Prämien angeschaut, sondern auch die Summe der Prämien über eine Vertragslaufzeit von 50 Jahren. Grund: Die Tarife werden nach unterschiedlichen Methoden kalkuliert. Manche Versicherer bilden sogenannte Alterungsrückstellungen. Damit verhindern sie, dass sich der Beitrag mit steigendem Alter und damit zunehmendem Krankheitsrisiko erhöht. Der Beitrag ist dann zum Einstieg höher, bleibt aber über die gesamte Laufzeit konstant. Andere Versicherer kalkulieren ohne Alterungsrückstellungen. Ihre Tarife sind zu Vertragsbeginn günstiger, steigen aber im Laufe der Jahre.

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